Die weltweit erste Baseball-Kappe aus Holz

Die weltweit erste Baseball-Kappe aus Holz - Gruppe (Bild: TH Köln / Manfred Stern)

Masterstudent am Campus Gummersbach der TH Köln entwickelte das Produkt und wird von BWL-Professorin bei der Firmengründung gecoacht

Schon vor dem Produktionsstart hat die weltweit erste hölzerne Baseballkappe den begehrten „Red Dot Design Award“ für Quality Design gewonnen, und fand auf der Weltmesse „Mailänder Designwoche“ großes Interesse. „Rootpecker“ wird die neue Firma heißen.  Am 1. Januar geht das Jung-Unternehmen zur Produktion der hölzernen Baseball-Kappen offiziell an den Start.

Sebastian Stümpel hatte die Idee zur Entwicklung einer Kappe aus natürlichen Rohstoffen. Bis auf das Garn, das aus Stabilitätsgründen noch aus recycletem PET besteht, ist die Kappe vollständig biologisch abbaubar. Stümpel ist Masterstudent am Campus Gummersbach  im Studiengang „Produktdesign und Prozessentwicklung“, dort kam er in Kontakt mit Prof. Dr. Monika Engelen, die an der TH  Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung lehrt. Prof. Engelen vom Institute for Business Administration and Leadership (IBAL) empfahl dem Gründer auch eine Bewerbung für das NRW-Gründerstipendium, dotiert mit 1000 Euro monatlich für ein Jahr. Die Förderung wurde bewilligt und ist eine wertvolle Hilfe beim Unternehmensstart, betont Stümpel.

Leicht, flexibel und recyclebar

Der Produktentwickler im Team, Sebastian Stümpel, studierte vor seinem Master Produktdesign an der FH Aachen. Die Entwicklung der hölzernen Kappen war Thema seiner Bachelorarbeit, er hält dazu auch die Patente. Die Entwicklung des Holzverbundstoffes war aufwändig, schildert der Designer, die Zusammensetzung des Materials ist Firmengeheimnis. Eine Kappe wiegt nur 105 Gramm, ist erstaunlich flexibel und angenehm im Tragen.

Phillip Dahlem ist der Prozess-Entwickler im Team. Als Mitarbeiter des größten Instituts der RWTH Aachen, dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL), bereitet er seine Promotion vor. Er entwickelte die Maschinen, mit denen eine wirtschaftlich sinnvolle Produktion der Kappe in Deutschland möglich sein wird. Durch die Automatisierung und das optimierte Prozessdesign konnte die Fertigungsdauer für eine Kappe von 9 Stunden auf rund 45 Minuten gesenkt werden.

Campus Gummersbach will Existenzgründungen stärker fördern

Der Dekan des Campus Gummersbach, Prof. Dr. Christian Averkamp, sieht in der Unterstützung von Existenzgründungen heute und in Zukunft ein wichtiges Arbeitsfeld für die TH. Das im Bau befindende InnovationHub könnte, so Averkamp, um ein Existenzgründercenter erweitert werden. Insbesondere Studierende und Absolventen der dazu ausgelegten Studiengängen Produktdesign und Prozessentwicklung und dem neuen Informatikstudiengang Code & Context wären die Zielgruppe für ein solches neues Angebot.

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