Der Preis für das beste Verfahren zur Datenwiederherstellung geht an einen Australier

Gecco Logo (Bild: http://www.sigevo.org)

Forscherteam des Campus Gummersbach der TH Köln veranstaltete internationalen Wettbewerb auf Weltkonferenz in Madrid

Die Wiederherstellung verloren gegangener Betriebsdaten für Heizungsanlagen war Ziel eines internationalen Wettbewerbs auf dem Kongress „Genetic and Evolutionary Computation Conference (GECCO)“, der im Juli 2015 in Madrid (Spanien)  stattfand. Die Zahl der Teilnehmer an dieser Tagung steigt jedes Jahr, in diesem Jahr waren es mehr als 500.  Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von einem Wissenschaftlerteam unter Federführung von Dipl.-Inform. Martina Friese und Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein vom Campus Gummersbach der TH Köln.

Bei der „GECCO 2015 Industrial Challenge“ waren Teilnehmer aus der ganzen Welt aufgerufen, Systeme zu entwickeln, die auf der Basis von Verfahren der „Computational Intelligence“ Lücken in Betriebsdatenreihen füllen können. Ausgangsbasis waren reale, minütlich registrierte Zeitreihen-Daten. Exakte und vollständige Zeitreihendaten erleichtern die Vorhersage von Verbräuchen besonders in komplexen Heizungssystemen erheblich. Eine exakte Verbrauchsmessung ermöglicht nicht nur Vorhersagen, sondern auch eine energiesparende Regelung.

Im Rahmen der Konferenz wurde bereits der Sieger, Farzad Noorian  von der University of Sydney (Australien), verkündet. Den zweiten Platz errang ein Team von der Universität Frankfurt, drittbeste Gruppe waren Forscher von der University of Otago, Dunedin in Neuseeland.

Preisträger Geccov.r.n.l.: Mike Preuss (Koordinator der Wettbewerbe), Anna I Esparcia-Alcázar (Kongressleitung), Martina Friese (TH Köln) sowie die Preisträger (Bild: Boris Naujoks / TH Köln)

Mit insgesamt neun teilnehmenden Forschern hatte die Challenge eine gute Resonanz. Bei der Preisverleihung stellte Noorian seine Entwicklung per Videobotschaft vor, da er selber nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnte. Für ihre Aufgabe stand den Teilnehmern eine Sammlung von mehr als 600.000 Daten zur Verfügung.  Der von Noorian verwendete Algorithmus wäre auch für andere Prognose-Aufgaben zu verwenden.

Der Wettbewerb auf der GECCO-Konferenz ist eines der zahlreichen Projekte des von Prof. Dr. Bartz-Beielstein initiierten Forschungsschwerpunktes „CI plus“ der FH Köln. „CI“ steht für „Computational Intelligence“, und damit für Systeme, die an Evolution der Natur orientieren. So entstanden u.a. Ameisenalgorithmen, Evolutionsstrategien oder neuronale Netze. In der von Prof. Bartz-Beielstein geleiteten Arbeitsgruppe liegt der Fokus auf Anwendungen aus der Energie- und Wasserwirtschaft sowie der Kunststoff- und Stahlindustrie. In den letzten Jahren konnten in Kooperation mit Industriepartnern aus der Region Oberberg wie z.B. der Steinmüller Engineering GmbH oder der ENOTEC GmbH weit mehr als eine Million Euro Drittmittel für Forschungsprojekte eingeworben werden.

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