Chinesische Werkstoffprofessoren zu Besuch am Campus Gummersbach der TH Köln

Labormitarbeiter Dimitrie Hillert gab Einblicke in die Werkstoffprüfung (Bild: TH Köln)

20.11.2017. Kürzlich konnte Prof. Dr. Helmut Winkel, Direktor des Instituts für Werkstoffkunde und Angewandte Mathematik, sieben Professoren und eine Mitarbeiterin des Büros für Internationale Zusammenarbeit der Sichuan University of Science and Engineering aus dem chinesischen Chengdu am Campus Gummersbach der TH Köln begrüßen.

Die Besucherdelegation war hochrangig besetzt, einer der Gäste war der Vizepräsident der Sichuan University. Die renommierte Hochschule hat mehr als 60.000 Studierende, die von mehr als 5300 Lehrenden unterreichtet werden.  Die Delegationsteilnehmer besuchten den Campus im Rahmen eines  dreiwöchigen Fortbildungsprogramms. In Seminaren und Fachbesuchen in Unternehmen und Bildungsinstitutionen informierten sie sich über die Themen Werkstoffe sowie Werkstofftechnik und –verarbeitung, ihr besonderes Interesse galt der Ausbildung in diesen Bereichen.

In seiner Einführung stellte Professor Winkel den Campus und das Angebot in Lehre und Forschung in den Ingenieurwissenschaften vor. Lebhaftes Interesse fanden die zahlreichen Forschungsaktivitäten und Transferprojekte insbesondere unter dem Aspekt, wie die Kooperation mit Industrieunternehmen funktioniert und wie die Projekte finanziert werden. Den Begriff „Drittmittel“ ins chinesische zu übersetzen erwies sich dabei als ausgesprochen schwierig. Am Beispiel der im Werkstofflabor durchgeführten ZIM-Projekte gewannen die chinesischen Gäste einen Eindruck von der komplizierten Gestaltung öffentlich geförderter Projekte mit den Kooperationspartnern Industrieunternehmen, Großforschungseinrichtung und Hochschulinstitut. Beeindruckt zeigten sich die chinesischen Wissenschaftler von den Untersuchungsergebnissen des Werkstoffinstituts bei der Bearbeitung von Qualitäts- oder Fertigungsproblemen regionaler Unternehmen.

„Schwimmen lernt man im Wasser, Werkstoffe versteht man im Labor.“ , erläuterte Professor Winkel sein Lehrkonzept. In Laborprojekten werden die Studierenden an die wissenschaftliche Methodik zur Lösung von Problemen herangeführt. In vier Arbeitsgruppen zu jeweils vier Studierenden sollen sie zu konkreten Werkstoffphänomenen Messungen durchführen, exakte Beobachtungen machen und Methodik wie Ergebnisse in gemeinsam zu erstellenden Berichten dokumentieren. Von besonderer Bedeutung ist die abschließende widerspruchsfreie Deutung der Versuchsergebnisse durch Erkenntnisse aus der Vorlesung oder angegebenen Lehrbüchern. „Erst durch die Beanspruchung von Werkstoffen im Labor können ihr Verhalten und ihre Eigenschaften im Sinne des Wortes ‚begriffen‘ werden“., so Professor Winkel.

Im Werkstofflabor ließen sich die chinesischen Professoren von den Studierenden erläutern, auf welche Weise Stahl bricht und warum eine Aluminiumlegierung im Wärmeschrank wie ein Ei beim Kochen hart wird. Cem Batak, ein Student der Ingenieurwissenschaften, war beeindruckt, wie groß das Interesse der chinesischen Gäste an den Aufgaben war, die Professor Winkel seinen Studierenden gestellt hatte. „Ihre Fragen bezogen sich sowohl auf den Versuch im Allgemeinen, als auch auf das zu erstellende Protokoll“.

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