Moderne Webentwicklung, akustische Metaphern und historische Effekte

Die drei Gewinner des CBC-Preises zeigen ihre Urkunden (Bild: F.Wetter / CBC)

Rüdiger Kupke, Bereichsleiter für Systeme und Technologie im „Cologne Broadcasting Center“ (CBC) war begeistert: „Es ist mir ein Vergnügen, solche ausgezeichneten Arbeiten zu lesen.“ Kupke sprach kürzlich auf der Feier zur Verleihung der diesjährigen CBC-Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten der Medieninformatik.

CBC  betreut die Technik für die „RTL Group Deutschland“ in Köln, das Unternehmen arbeitet seit Jahren eng mit dem Studienbereich Medieninformatik am Campus Gummersbach der Fachhochschule Köln zusammen. Der vielbeschäftigte Bereichsleiter nimmt sich jedes Jahr die Zeit, persönlich die Arbeiten zu lesen, die ihm die Professoren der FH als Vorauswahl vorlegen. Die Texte bieten ihm, so Kupke, immer wieder hochinteressante Aspekte für die Berufspraxis.

Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Martin Baljan. Er befasste sich in seiner Bachelorarbeit mit dem „Entwurf eines Entwicklungsmodells unter Berücksichtigung
verschiedener Aspekte der barrierefreien und reaktionsfähigen Webentwicklung". Es ging in der Arbeit um die Erstellung und Anpassung von Websites für Nutzer mit Einschränkungen wie zum Beispiel Seh- und Hörschwächen. Baljan hatte ein bekanntes Modell für die Entwicklung von reaktionsfähigen Websites mit barrierefreien Perspektiven und Techniken erweitert. Betreuer Prof. Christian Noss hob in seiner Beurteilung die „sehr hohe Praxistauglichkeit“ des Entwurfs hervor. Auch Rüdiger Kupke lobte die Bachelorthesis: „Hier wurde wirklich Wissen geschaffen!“ Die Arbeit sei geradezu ein Leitfaden für die moderne Webentwicklung.

FeierstundeFeierstunde (Bild: F. Wetter, CBC)

Auf dem zweiten Platz mit 750 Euro Preisgeld landete Philipp Schulte mit seiner Bachelorarbeit zum Thema „Design und Evaluation von Earcons“. Schulte entwarf akustische Rückmeldungen (Earcons) für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-Computer. Ein elektronisch erzeugtes Geräusch steht dabei für ein Ereignis, z.B. deutet ein Blubber-Ton auf ein Leck in einem Tank hin. In einer Feldstudie mussten Probanden verschiedenen Geräuschen Bedeutungen zuordnen, erforscht wurde auch der Einfluss von Störgeräuschen, wie zum Beispiel das Brummen eines Motors, auf die Erkennbarkeit des Tons. Betreuer Prof. Dr. Gerhard Hartmann betonte, die Arbeit habe für die Entwicklung mobil genutzter interaktiver Systeme einen hohen praktischen Wert.

GruppeRüdiger Kupke (CBC), Prof. Dr. Kristian Fischer, Phillip Schulte, Martin Baljan, Sebastian Müller, Prof. Dr. Gerhard Hartmann (Bild: M. Stern, FH Köln)

Den dritten Preis und 500 Euro erhielt Sebastian Müller mit seiner Bachelorarbeit zum Thema „Analyse der Softwaresimulation historischer Foto- und Filmeffekte am Beispiel des Scheimpflug-Effekts“. Dieser Effekt besagt, dass ein Motiv dann scharf abgebildet wird, wenn sich die Verlängerung der Motivebene, die Objektivebene und Filmebene in einem Punkt schneiden. Durch entsprechend geringe Tiefenschärfe und Zeitraffer bekommen die Filmszenen einen visuell sehr attraktiven Miniatur-Effekt, ähnlich einer Modelleisenbahn. In seiner Arbeit, die von Prof. Hans Kornacher und Prof. Dr. Horst Stenzel betreut wurde, schlug Sebastian Müller den Bogen von der Recherche historischer Aufzeichnungen über die Analyse moderner Softwareanwendungen bis hin zur Entwicklung eigener Lösungsansätze. Seine Vorschläge könnten bei den Entwicklern professioneller Bildbearbeitungssoftware durchaus Interesse finden, versicherten die Professoren.

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