TH Köln auf internationalem Automatisierungskongress in Peking

Prof. Klasen vor einem Plakat der PNO (Bild: PNO)

Prof. Klasen vom Institut für Automation & Industrial IT am Campus Gummersbach war einer der Tagungsleiter - Chinesische Wirtschaft orientiert sich an „Industrie 4.0“

Ende Juni 2017 fand das „PROFIBUS & PROFINET Forum“ in Peking, China, statt. Einer der Vortragenden war Prof. Dr. Frithjof Klasen, Direktor des Instituts für Automation & Industrial IT (AIT) am Campus Gummersbach der TH Köln. Er nahm dort in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des deutschen Industrieverbandes PROFIBUS/PROFINET Nutzerorganisation (PNO) teil. Das Forum stand ganz im Zeichen von „Made in China 2015“. Diese Bezeichnung ist das Pendant zum westlichen Technologietrend „Industrie 4.0“, der Integration von Produktions- und Informationstechnologien.

​Aktuelle Konzepte und Technologien der Produktionstechnik wie „Industrie 4.0“ finden großes Interesse in Fernost. Dazu meint Prof. Klasen: „Die Zeiten, in denen China vor allem für billige Massenware stand, sind inzwischen vorbei. Qualität und Umweltschutz rücken immer mehr in den Vordergrund.“

Teilnehmergruppe des Automatisierungskongresses
Teilnehmergruppe des Automatisierungskongresses (Bild: PN
Als Vorsitzender der Expertengruppe von weltweit über 60 PROFINET Competence Centern (PICC) leitete Klasen in Peking das Jahrestreffen mit rund 120 internationalen Teilnehmern und stellte u.a. Erfahrungen vor, die er mit der Optimierung von großen Produktionsanlagen und PROFINET-Netzwerken in der Automobilindustrie gemacht hat.

Industrie 4.0: auch Maschinen kommunizieren untereinander

Der Begriff „Industrie 4.0“ beschreibt einen aktuellen Wirtschaftstrend, die „4. industrielle Revolution“. Ziel ist dabei, Produktions- und Logistikprozesse intelligent zu integrieren. Dadurch werden alle Beteiligten flexibler und autonomer: Menschen, Maschinen, Equipment, Logistik-Systeme und sogar die Produkte kommunizieren und kooperieren miteinander. Es entstehen intelligente Fabriken (Smart Factories).

Industrie 4.0 ist nicht nur für Industrievertreter ein interessantes Thema. Auch die Politik hat Gesprächsbedarf: kürzlich besuchte Elfi Scho-Antwerpes, MdB, Prof. Klasen in seinem Institut. Als Mitglied im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung informierte sie sich, was Industrie 4.0 bedeutet und welche Entwicklungen in diesem Bereich zu erwarten sind.Prof. Klasen und Elfi Scho-Antwerpes, MdB
Prof. Klasen und Elfi Scho-Antwerpes, MdB (Bild: Manfred Stern/ TH Köln)

Das Institut AIT berät und unterstützt Unternehmen bei der Planung und Einführung von Industrie- 4.0-Konzepten zur Integration von Produktions- und Informationstechnologien mit den Schwerpunkten kooperative und autonome Systeme, Kommunikationstechnologien und Informationssicherheit.

PROFINET: herstellerübergreifender Standard für die industrielle Kommunikation

​PROFINET ist ein Standard für industrielle Kommunikationsnetze zur Steuerung von Produktionsanlagen und wird unter anderem von allen deutschen Autoherstellern eingesetzt.
PROFINET bildet die Basis für eine sichere Kommunikation in Echtzeit, die außerdem in die  Unternehmensnetze  integriert ist. Ohne diese Grundlage wäre Industrie 4.0 gar nicht denkbar. Hinter PROFINET steht der Industrieverband PROFINET Nutzerorganisation (PNO) mit rund 400 Mitgliedsfirmen. Hierzu gehören sowohl Technologiehersteller wie ABB, Sick, Festo oder Siemens, als auch Anwender wie BMW oder Volkswagen.

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