Bei Geldanlagen setzen jungen Menschen auf den persönlichen Kontakt

Marktforschungsprojekt „Junge Leute und Banken“ des betriebswirtschaftlichen Instituts erfuhr hohe Resonanz und zeigte interessante Ergebnisse.

Wenn es um Geld geht, ist auch jungen Menschen der persönliche Kontakt und das Vertrauen zu ihrem Berater wichtig, wichtiger als Informationen aus dem Internet. Wenn junge Menschen zum ersten Mal eine kontoführende Bank und Geldanlagen oder Versicherungen auswählen, fragen Sie ganz überwiegend ihre Familie, also die Eltern und Geschwister. Trotz Online-Banking und EC-Karte wählen über 70 Prozent ihre Bank danach aus, wie groß ihr Filialnetz und damit die Zahl der Geldautomaten ist. Das sind einige Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die Prof. Dr. Monika Engelen vom Betriebswirtschaftlichen Institut Gummersbach der TH Köln in Kooperation mit der Volksbank Oberberg durchgeführt hat. Sechs ausgewählte Studentinnen und Studenten bildeten unter Leitung von Prof. Engelen eine Projektgruppe, formulierten die Fragen und starteten eine Umfrage zum Thema Junge Menschen und ihr Verhältnis zu Banken, schriftlich und online.

Volksbank-Vorstandsvorsitzender Ingo Stockhausen (4.v.r.) mit Prof. Dr. Monika Engelen (2.v.r.) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank Oberberg eG Volksbank-Vorstandsvorsitzender Ingo Stockhausen (4.v.r.) mit Prof. Dr. Monika Engelen (2.v.r.) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank Oberberg eG (Bild: Manfred Stern / TH Köln)

Zur Formulierung der Fragen bildete man zunächst eine Fokusgruppe, in der die Studierenden, Volksbank-Mitarbeiter einige Schülerinnen und Schüler des Kaufmännischen Berufskollegs Oberberg (BKO) Themen rund um Banken diskutierten, um so die Auswahl und Formulierung der Fragen zu optimieren. Die spätere großzahlige Befragung fand dann per Fragebogen und online unter Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden sowie unter den Studierenden der TH statt, Zielgruppe waren junge Menschen im Alter von 16 bis 28 Jahren. Prof. Engelen war positiv überrascht über die hohe Resonanz von über 800 ausgefüllten Fragebögen. Da auch die Streuung der drei Zielgruppen Schüler, Auszubildende und Studenten sowie die Altersverteilung gut ausgeprägt war, nannte die Expertin für Marketing und Marktforschung die Ergebnisse „durchaus repräsentativ für junge Menschen in einer ländlichen Region“.

Viele Erfahrungen und Beobachtungen der Bankmitarbeiter wurden durch die Umfrageergebnisse bestätigt. Auch wenn die eigene Familie die Hauptinformationsquelle ist, nutzen doch drei Viertel der Befragten zusätzlich die Internet-Suchmaschinen, um sich über Geldthemen zu informieren. Die Kommunikation mit den Bankmitarbeitern läuft dann persönlich, telefonisch oder per Mail, weniger beliebt sind Online-Chat, WhatsApp oder eine Online-Videoberatung. Generell möchte die jungen Menschen eher in Ruhe gelassen werden, die Hälfte wünscht sich nur dann eine Kontaktaufnahme durch ihre Bank, wenn sich am Konto oder an der Geldanlage/Versicherung etwas ändert. 94 Prozent der Befragten kennen die Bankkarte, während die Angebote im Bereich Vorsorge und Kredit eher unbekannt sind, nur 17 Prozent der Befragten kennen sich mit der Altersvorsorge gut aus. Auf Pump wollen nur wenige leben: Gerade mal 7 Prozent der jungen Menschen haben einen Kredit aufgenommen, aber 70 Prozent nutzen die sichere, aber wenig rentable Geldanlage in einem Sparbuch.

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