Auch Einstein war mal klein

Student erklärt Experiment (Bild: Andreas Schneider / TH Köln)

„MINT für Minis“ lockte 400 Kindergarten-Kinder in die Hochschule

400 „kleine Einsteins“, ausgestattet mit Forscherbrillen und weißen Kitteln, bevölkerten - inzwischen zum vierten Mal - für zwei Tage den Campus Gummersbach der TH Köln. Aus insgesamt 24 Gummersbacher Kindertagesstätten kamen die Fünf- und Sechsjährigen mit Ihren Erzieherinnen und Erziehern in die Hochschule, um die Physik des Alltags zu entdecken. "Forschen, Staunen, Verstehen" lautete das Motto für die 16 verschiedenen physikalischen Experimente mit spannenden Namen, die sie unter Anleitung von TH-Studierenden und Oberstufen-Schülern selbst durchführen konnten. Die „Wunder-Dose“ kann eine schräge Ebene hinaufrollen, will in ihrem Inneren am obersten Punkt Knete klebt, für ein kleines Wegstück lässt die Schwerkraft die Dose aufwärts rollen. Der „Flaschengeist“ pustete einen Luftballon auf, der über einen Flaschenhals gestülpt war. Des Rätsels Lösung: eine Mischung aus Backpulver und Essig in der Flasche pustete den Luftballon auf. „Was leitet Strom?“, „Schlangentanz“ oder „Achtung Dammbruch“ hießen weitere Experimente. Die Kinder waren mit viel Begeisterung dabei, sie hatten dem Tag „entgegengefiebert“, so formulierte es eine der Erzieherinnen, die wie ihre Kolleginnen den „große Forschertag“ in den vergangenen Wochen mit den Kindern vorbereitet hatte. Jedes Kind bekam am Ende einen eigenes Forscherdiplom.

Die Schauspieltruppe der GE Gummersbach: Marlon Jenders (Teufel), Ronaldo Diaconu (Prof. Habilus) und Vivian Haase (Margarete)Die Schauspieltruppe der GE Gummersbach: Marlon Jenders (Teufel), Ronaldo Diaconu (Prof. Habilus) und Vivian Haase (Margarete) (Bild: Andreas Schneider / TH Köln)

Zur Einstimmung sahen die Kinder an den beiden Vormittagen im großen Hörsaal das Theaterstück "Professor Habilus und der Fehlerteufel", aufgeführt von Schülern der Gesamtschule Gummersbach. In dem Stück verhindert der kleine Fehlerteufel den Erfolg der Experimente, die der Professor Habilus durchführt. Der Teufel wird zwar im zweiten Akt des Stücks in eine Falle gelockt und gefangen, dann aber wieder frei gelassen, denn „nur durch Fehler können wir lernen“, so das Fazit von Professor Habilus.

Veranstalter des Forschertags waren der Fachbereich Jugend, Familie und Soziales und die Stadtteilkonferenz Gummersbach-Innenstadt, die Koordination hatte die Ressort-Leiterin für Kindertagesstätten und Jugendarbeit, Beate Reichau-Leschnik. Das Konzept stammt von der Physikerin Dr. Hermine Reichau, die die Experimente zusammengestellt und auch das Theaterstück und ein Lied für die Kinder selbst geschrieben hat. Kooperationspartner waren neben der TH Köln auch das Linden-Gymnasium und die Gesamtschule Gummersbach, das nicht nur das Theaterensemble stellte, sondern auch Schülerinnen und Schüler für die Vorbereitung und Durchführung der Experimente vermittelt hatte.

„Wir wollen ein nachhaltiges Interesse an den Naturwissenschaften wecken und Kontakte   zwischen Kindern, Kita-Fachkräften, Schülern und Studierenden vermitteln“, erklärt Beate Reichau-Leschnik ihre Motivation, diese Großveranstaltung mit 400 Kindern und 150 Betreuerinnen und Betreuern auf die Beine zu stellen. Ein ausgeklügelter Zeitplan, farbig gekennzeichnete Gruppen und die detaillierte Aufgabenverteilung sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Und wenn sich mal ein Kind eine Schramme holte, standen ausgebildete Schülerinnen und Schüler der GE Gummersbach als Sanitäter bereit. Raoul Heiding-Hoppenheid, der Erste Beigeordnete der Stadt Gummersbach, hatte die Teilnehmer am Mittwochmorgen im Namen der Stadt begrüßt. Er war sehr beeindruckt vom Konzept der Veranstaltung und der perfekten Organisation, er war aber auch persönlich interessiert: Sein fünfjähriger Sohn nahm auch am Forschertag teil.

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