Absolvent Christian Schramm gewinnt BDB Studentenförderpreis 2019

Die Masterarbeit „Das Dorf am Kölnberg – Konzepte für den Kölner Vorort Meschenich“ von TH Absolvent Christian Schramm. (Bild: TH Köln | Christian Schramm)

Mit seiner Masterarbeit „Das Dorf am Kölnberg – Konzepte für den Kölner Vorort Meschenich“ konnte Christian Schramm, Absolvent der Fakultät für Architektur der TH Köln, den BDB Studentenförderpreis 2019 in der Kategorie „Städtebauliche Planungen“ verbuchen. Betreut wurde die Abschlussarbeit, die in 2019 entstand von Prof. Andreas Denk und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Uwe Schröder (RWTH Aachen).

Bereits zum 20. Mal lobte der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) seinen Förderpreis für Studierende aus. Prämiert werden Studienarbeiten, die für die Entwicklung des Bauens unserer Zeit beispielhafte, nachhaltige Lösungen zeigen.

Insgesamt 95 Arbeiten wurden zum BDB-Studentenförderpreis eingereicht. Unter dem Vorsitz von Prof. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO, Stuttgart, bewertete die Fachjury die Arbeiten in vier ausgelobten Kategorien „Gebäude“, „Ingenieurbauwerke“, „Konstruktionen“ und „Städtebauliche Planungen“. Die Juroren entschieden im diskursiven Auswahlverfahren, sieben Förderpreise und einen Sonderpreis zu vergeben und zudem zwei Anerkennungen auszusprechen. Die Förderpreise sind mit jeweils 700 €, der Sonderpreis ist mit 300 € dotiert. Die feierliche Preisverleihung fand am 31.05. im Rahmen des Baumeistertages 2019 in Braunschweig statt.

Preisträger des BDB Studentenförderpreis 2019 mit Absolvent Christian Schramm (3.v.r.) Preisträger des BDB Studentenförderpreis 2019 mit Absolvent Christian Schramm (3.v.r.) (Bild: BDB | Max Adams)

Die Jury urteilt über die Masterarbeit von Christian Schramm:
„Relevanz“ ist möglicherweise der ausschlaggende Aspekt einer jeden Masterarbeit. „Das Dorf am Kölnberg“ erfüllt diese zentrale Anforderung wesentlich mit ihren Vorschlägen zum Umgang mit den Fehlern, die im auch dogmatisierten Massenwohnungsbau der 1970er-Jahre in Deutschland gemacht wurden. Dabei zeichnet sich die Arbeit durch ihre sehr genaue Analyse der durchaus kompliziert verwobenen, sehr unterschiedlich großen Elemente des Bestands aus, wie auch durch die konkreten Vorschläge, wie eine kluge Bestandsplanung für eine Vorstadt nachzuholen ist. Und wie man auf die kapitalen Fehlplanungen und deren Folgen reagieren kann.


Positiv überraschte dabei insbesondere der Ansatz, kein Tabula rasa bei den so sehr in Verruf geratenen Großbauten zu planen und umzusetzen, sondern durch sehr genau gesetzte Schnitte die alten Fallstricke zu durchtrennen: Konzentration auf wenige Wohnscheiben, Trennung der Nutzungen, harte Maßstabssprünge, harte Zonierung etc. Die Vorschläge der Arbeit – Auflösung der Großvolumen in elegante, zeitgenössische Wohntürme, Podiumsbauten, Volumenvariationen auch in den Einfamilienhäusern, Setzung zentraler Versorgungsbauten über die ganze Fläche etc. – führen das Dorf nicht wieder in seine (vielleicht nie dagewesene) Heimeligkeit zurück, sie akzeptieren das Vorgefundene, ordnen und formen es um und am Ende wird das zur wieder lebendigen Einheit, was in den vergangenen Jahrzehnten wegen Planungsfehlern sich selbst überlassen nur noch ein ungeliebter Restort war. Die Arbeit hat damit durchaus Potential, in vergleichbaren Fällen als Referenzprojekt Geltung zu haben.

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