Von Milch, Salatsoße und Seife

Schülerinnen und Schüler des MINT-Sommerferiencamps auf dem Campus Leverkusen (Bild: Viola Gräfenstein/TH Köln)

MINT – das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. 18 Schülerinnen und Schüler aus Schulen im Rheinland wollten mehr darüber wissen und nahmen vier Tage lang am MINT-Sommerferiencamp teil. Für einen Tag waren die SchülerInnen auch zu Gast am Campus Leverkusen der TH Köln, um über selbsthergestellte Seife in die Welt der Chemie einzutauchen.

Im Rahmen des MINT-Feriencamps, das die Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn und das zdi-Zentrum Köln zusammen mit der TH Köln organisiert hatten, machten die 18 Kinder und Jugendlichen zunächst morgens Station im großen Vorlesungssaal der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften am Campus Leverkusen. Hier erlebten die 13- bis 16-Jährigen, wie eine echte Vorlesung für Studierende abläuft. Anhand von einfachen, alltagsnahen Beispielen führte Prof. Dr. Dirk Burdinski die Kinder in die Welt der chemischen Formeln und Verbindungen ein. „Warum ist die Milch weiß? Wer weiß, wie man eine Salatsoße richtig mischt? Und was sind Fettsäuremoleküle?“ Die Schülerinnen und Schüler beantworteten die Fragen mit großer Begeisterung und zeigten handfeste, chemische Kenntnisse aus dem Schulunterricht. „Wir wollen den Kindern mit Alltagsbeispielen aus ihrem Leben einen einfachen Einstieg in die Welt der Chemie ermöglichen. So funktioniert es am besten, nachhaltiges Interesse für die Chemie zu wecken“, sagte Prof. Dr. Dirk Burdinski, der in der Fakultät für den Bereich Lehre und Studium zuständig ist. Inken Roth, Studienberaterin und auch selbst Studentin am Campus, erläuterte den SchülerInnen im Anschluss alle vier Studiengänge der Fakultät. „Wichtig für euch ist es zu wissen, dass man nach einem Studium der Pharmazeutischen Chemie kein Apotheker wird. Bei uns werden die Studierenden für eine Tätigkeit im Bereich der Pharmazeutischen Industrie ausgebildet“, so Roth.

Die MINT-Fächer für Studium und Beruf
Der Ausflug nach Leverkusen ist Teil des viertägigen Feriencamps. „Wir wollen Schülerinnen und Schülern über solche Projekte die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Technik nahebringen. Das Feriencamp dient somit auch einer möglichen Studien- und Berufsorientierung“, sagte Vanessa Winkler vom zdi-Zentrum Köln. Unterstützt wurde sie von der Naturwissenschaftlerin Sabine Sienz, Kooperationspartnerin des Projektes von der Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn. Beide Einrichtungen haben das MINT-Feriencamp für SchülerInnen konzipiert.

Zur Seifenherstellung ins Labor
Nach der Einstiegsvorlesung, einer Sicherheitsbelehrung und einem Mittagessen ging es für die 18 Mädchen und Jungen, in weißen Kitteln und mit Schutzbrille ausgestattet, weiter ins Chemielabor der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften. Gläser, Kocher und verschiedene Substanzen standen für die jungen ChemikerInnen bereit. Das Ziel der Übungseinheit: Die Herstellung von Seife aus Fetten. Drei wissenschaftliche MitarbeiterInnen erklärten den SchülerInnen, die jeweils in Zweierteams arbeiteten, worauf es bei der Produktion von Seife ankommt. Die SchülerInnen vermischten Palm-, Oliven-, Distelöl und Kokosfett mit Natronlauge, erhitzten alles auf 40 Grad und fügten noch Duft- und Farbstoffe hinzu. Die geschmolzenen Substanzen gossen sie schließlich in kleine Plastikformen. „Die flüssige Seife muss jetzt nur noch hart werden. Das dauert allerdings ein paar Stunden“, betonte Laborleiter Dr. Andreas Schüren.  

Chemie als Berufsziel
„Ich habe als Kind mit einem Chemiebaukasten angefangen. Seitdem ich bei einem landesweiten Chemie-Wettbewerb mitgemacht habe, verschlinge ich viele Bücher über Chemie. Zuhause habe ich selber ein kleines Chemielabor, allerdings experimentiere ich nur in unserem Garten“, sagte Samuel mit einem Augenzwinkern. Die Seifenherstellung im Labor der Fakultät machte dem Schüler sichtlich großen Spaß. „Später möchte ich einmal Chemie studieren. Zurzeit versuche ich zuhause selber Biodiesel herzustellen“, ergänzte der 15-Jährige. Auch Veronika war begeistert. „Meine Lehrerin hat mir von dem Camp erzählt und es mir empfohlen. Später möchte ich unbedingt was mit Chemie machen“, sagte die 15-Jährige. Für die nächsten Sommerferien ist ein weiteres MINT-Camp geplant. „Wir freuen uns, auch im nächsten Jahr Schülerinnen und Schüler hier bei uns die Welt der Chemie wieder ein bisschen mehr erklären zu können“, sagte Prof. Dr. Dirk Burdinski.

(Viola Gräfenstein)

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