EXIST-Team Polygon One
Polygon One ist eine Software-Lösung, das Unternehmen die Möglichkeit gibt, anhand von Satellitendaten zu überprüfen, ob ihre Produkte von Anbau- oder Produktionsflächen stammen, die von Entwaldung betroffen sind.
Niklas Glienke und Alexander Rütjes konnten mit ihrer Idee, einer Software-Lösung, die dank Satellitendaten Auskunft über Produktherkunft und Produktionsprozess geben, das EXIST-Gründungsstipendium des BMWE einwerben. Mit dem EXIST-Projekt „Polygon One“ arbeiten sie nun an der Realisierung ihres Start-ups. Fachlich unterstützt wird das Team von dem Mentoren Prof. Dr. Thomas Krupp, der an der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften tätig ist.
EXIST gibt uns vor allem den nötigen Freiraum, uns vollzeit und mit vollem Fokus auf den Aufbau von Polygon One zu konzentrieren – ohne ständig im Hinterkopf haben zu müssen, wie wir parallel unseren Lebensunterhalt sichern.
EXIST Polygon One
(Bild: Gateway THK)
Was ist eure Gründungsidee?
Der globale Regenwald steht zunehmend unter Druck. Weltweit werden große Waldflächen abgeholzt oder gerodet, um Platz für landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen – insbesondere für Produkte, die anschließend international gehandelt und konsumiert werden. Ein erheblicher Teil der globalen Entwaldung ist dabei auf den Handel mit den Rohstoffen Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Holz und Rindfleisch zurückzuführen.Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Union die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) eingeführt. Ziel der Verordnung ist es, den weltweiten Verlust von Wäldern einzudämmen und sicherzustellen, dass der europäische Markt nicht länger zur globalen Entwaldung beiträgt.
Die EUDR verpflichtet Unternehmen dazu, eine umfassende Sorgfaltspflicht- und Risikoprüfung entlang ihrer Lieferketten durchzuführen und nachweisen, dass ihre Produkte und Rohstoffe nicht mit Entwaldung oder illegaler Abholzung in Verbindung stehen. Nur wenn diese Anforderungen erfüllt sind, dürfen die betroffenen Produkte künftig auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden.
Hier setzen wir mit Polygon One an: Mit unserer Software-Lösung ermöglichen wir Unternehmen anhand von Satellitendaten zu überprüfen, ob ihre Produkte von Anbau- oder Produktionsflächen stammen, die von Entwaldung betroffen sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden eingereichte Nachweise ausgewertet, die über Produktherkunft und Produktionsprozess Auskunft geben. Das Ergebnis ist eine Risikobewertung, auf deren Basis die Unternehmen die betroffenen Rohstoffe in den Verkehr bringen können.
Wie ist die Idee entstanden?
Alex war als Bluebook-Trainee bei der Europäischen Kommission tätig und arbeitete dort nah an EU-Regulierungen und Nachhaltigkeitsthemen. Das kommende Inkrafttreten der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest. Schnell wurde klar: Die gesetzlichen Anforderungen waren zwar eindeutig formuliert, in der Praxis aber für viele Unternehmen kaum umsetzbar. Genau aus diesem Spannungsfeld heraus entstand die Idee, gemeinsam eine digitale Lösung zu bauen, die diese Lücke schließt und Unternehmen bei der Umsetzung der EUDR wirklich unterstützt. Langfristig wollen wir die Themen Supply Chain und Compliance weiter ausbauen und neue Geschäftsfelder erschließen.
Wie habt ihr als Team zusammengefunden?
Wir sind seit dem Bachelorstudium in Düsseldorf miteinander befreundet. Schon während des Studiums haben wir beide eigene unternehmerische Projekte verfolgt und nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, zusammen unternehmerisch aktiv zu werden.
Was bedeutet EXIST für euch?
EXIST gibt uns vor allem den nötigen Freiraum, uns Vollzeit und mit vollem Fokus auf den Aufbau von Polygon One zu konzentrieren – ohne ständig im Hinterkopf haben zu müssen, wie wir parallel unseren Lebensunterhalt sichern. Gerade in der frühen Phase eines Startups ist das extrem wertvoll. Gleichzeitig ermöglicht uns die Förderung, Polygon One eigenständig und ohne Abgabe weiterer Anteile bis zu einem wichtigen Meilenstein aufzubauen.
Wie hat euch Gateway bisher unterstützt?
Das Gateway hat uns vor allem bei der EXIST-Antragstellung stark den Rücken freigehalten und uns durch die teils ziemlich komplexen Förderprozesse gelotst. Gerade am Anfang war diese Unterstützung entscheidend, um die Förderung überhaupt erfolgreich auf den Weg zu bringen. Ein weiterer großer Mehrwert ist die Betreuung durch unseren Mentor an der TH Köln, Prof. Krupp, der uns mit seiner tiefen Expertise im Bereich Supply Chain regelmäßig mitdenkt, hinterfragt und wichtige Impulse für unsere Weiterentwicklung liefert.
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(Bild: BMWE)
Juli 2025