CML-Workshop zur Konzentrierung und Behandlung hochsalzhaltiger Lösungen

Studierende im Labor des Instituts für Analgen- und Verfahrenstechnik (Bild: Costa Belibasakis/ TH Köln)

In vielen industriellen Prozessen fällt Abwasser mit hohen Salzkonzentrationen an. Der Aspekt der industriellen Wasserwiederverwendung und die dafür erforderlichen Technologien und Verfahren zur Aufbereitung und insbesondere Aufkonzentrierung hochsalzhaltiger Lösungen stehen im Fokus des Workshops des Instituts für Anlagen- und Verfahrenstechnik (IAV) am Campus Deutz.

Christine Kleffner vom IAV forscht über Hochdruckumkehrosmose und hat den Workshop mitorganisiert. Die Doktorandin arbeitet im Projekt Re-Salt mit.

Frau Kleffner, im Projekt Re-Salt wird erforscht, wie sich hochsalzhaltige Lösungen behandeln lassen. Wo und in welchen Mengen fallen diese Lösungen an?

In vielen industriellen Prozessen fallen beträchtliche Mengen Abwasser an, in denen hohe Salzkonzentrationen enthalten sind. Teilweise handelt es sich dabei um mehrere hundert Kubikmeter Wasser pro Stunde. Dies ist zum Beispiel bei der Produktion von Kunststoffen oder dem Kalibergbau der Fall. Um eine verstärkte Rohstoffkreislaufschließung zu realisieren, müssen energieeffiziente, produktionsintegrierbare Aufbereitungsprozesse bereitgestellt werden, mit denen die enthaltenen Salze bis zur Kristallisation aufkonzentriert werden können, das heißt, es wird solange Wasser abgetrennt, bis die Löslichkeitsgrenze überschritten wird.

Christine Kleffner Christine Kleffner (Bild: privat)

Warum hat die Industrie ein hohes Interesse daran, neue Technologien zur Behandlung dieser Lösungen zu finden?

Das Einleiten hoher Salzfrachten in Oberflächengewässer stellt eine große Belastung für das Ökosystem dar, insbesondere dann, wenn sie für die Trinkwassergewinnung genutzt werden. Vor diesem Hintergrund besteht aus Sicht der Industrie weltweit Handlungsbedarf zur Erforschung und Entwicklung neuer, umweltfreundlicher und ökonomisch tragfähiger Verfahren zur Reinigung und Entsalzung dieser Prozesswässer sowie Konzepte zur Wiederverwendung von Salz und Wasser.

Bei einem Workshop mit mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Praxis werden unterschiedliche neue Technologien betrachtet. Wie wurden diese Technologien ausgewählt?

Bei den verschiedenen Verfahren, die im Cologne Membrane Lab erforscht werden, handelt es sich um neuartige Alternativen zu klassischen Verdampfungsverfahren, die ökonomische und ökologische Vorteile, insbesondere im Bereich hoher Salzkonzentrationen aufweisen. Innerhalb des Workshops soll ihr Stand der Technik anhand der Anforderungen wichtiger industrieller Anwendungen und Einsatzbereiche zusammen mit Technologieanbietern sowie Anwenderinnen und Anwendern beleuchtet werden. Einsatzbereiche sind zum Beispiel die chemische Industrie, die Entsalzung allgemein, die Lebensmittelindustrie und die Pharmaindustrie.

Wo steht das Projekt Re-Salt heute? Und wie geht es damit zukünftig weiter?

Innerhalb des Projektes ReSalt wird seitens der TH Köln an verschiedenen Membranverfahren zur Aufkonzentrierung hochsalzhaltiger Lösungen geforscht. Der Workshop soll ergänzend dazu dienen, neue Forschungsansätze zu definieren.

12.06.19

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