Christina Marx – Inklusion als Lebensaufgabe

Inklusion – das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft ist das große Thema von Christina Marx, Absolventin als Diplom-Übersetzerin.

Als Christina Marx von 1989 bis 1993 ihr Studium als Dolmetscherin für Englisch und Französisch absolvierte, war ihr Berufsweg noch nicht vorgezeichnet.  Seit 2013 gehört  die gebürtige Kölnerin  der Geschäftsleitung der Aktion Mensch an, der größten privaten Förderorganisation Deutschlands. Aber das Thema Inklusion stand schon bei der ersten beruflichen Station im Mittelpunkt: Nach einem journalistischen Volontariat betreute Frau Marx in einer Agentur den Deutschen Behindertensportverband. Seinerzeit war man in Frankreich und England bei der Inklusion viel weiter, und so ergaben sich viele Kontakte in diese beiden Länder. „Das Studium der Sprachen war auf diese Weise auch für den Beruf unverzichtbar und die Brücke für  weitere Aktivitäten, etwa bei den Paralympics in Turin oder Athen“, erzählt Frau Marx.

Porträtfoto von Christina Marx
Christina Marx (Bild: Aktion Mensch)

Es gibt immer noch zu viele Barrieren

Inzwischen ist die Inklusion auch in Deutschland einen großen Schritt vorangekommen, so die Einschätzung von Frau Marx: „Menschen mit und ohne Behinderung gehen heute viel entspannter miteinander um als noch vor 20 Jahren. Aber sie ist noch längst nicht für alle selbstverständlich. Und es gibt immer noch zu viele Barrieren – vor allem in den Köpfen.“

Gerade an den Schulen  müsste noch stärker vermittelt werden, dass eine Beeinträchtigung kein Ausschlusskriterium für ein Studium ist, meint  Christina Marx. „Viele Menschen mit Behinderungen scheitern schlicht an mangelnder Barrierefreiheit und trauen sich ein Studium nicht zu.“ Dies zu ändern und die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen zu verbessern sind wichtige Ziele der Aktion Mensch. Dabei ist die gezielte Förderung von inklusiven Bildungsangeboten eine der Kernaufgaben.

Dass Inklusion als Thema von großer gesellschaftlicher Relevanz  eine breitere Öffentlichkeit erreicht, daran arbeitet Christina Marx. Zu sehen war dies etwa beim ersten Heimspiel des 1. FC Köln: In dieser Bundesligasaison kooperiert die  Stiftung 1. FC Köln mit der Aktion Mensch. Dabei geht der FC unter anderem mit dem Logo der Soziallotterie auf dem Trikot ins Spiel. „Sport ist ein wirksames Mittel, Inklusion im Alltag zu erreichen und Barrieren in den Köpfen abzubauen“, davon ist Christina Marx überzeugt. Dafür wird sie sich auch wieder ehrenamtlich als Jury-Mitglied bei der Paralympics Zeitung einsetzen. Die Zeitung erscheint in einer Auflage von einer Million Exemplaren während der Weltspiele für Menschen mit Behinderungen, die im März 2018 in Südkorea stattfinden werden.

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