Netzwerk Renaturierung und Rekultivierung im Rheinischen Revier
Kompetenzen der Renaturierung und Rekultivierung in NRW wirksam bündeln
Die Notwendigkeit der Renaturierung von Ökosystemen und Landnutzungssystemen ist seit Jahrzehnten anerkannt, und aktuelle Initiativen wie die UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen 2021–2030, der Europäische Green Deal und die neue EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur zeigen die Bedeutung und ein wachsendes Engagement für diese wichtige Herausforderung. Dennoch besteht nach wie vor eine erhebliche Lücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, anwendbarem Wissen und dessen Umsetzung in der Praxis. Trotz vielfältiger Best Praxis-Beispiele der Ökosystemrenaturierung mangelt es in vielen Bereichen noch an wirksamen Lösungen für die voranschreitende sozial-ökologische Transformation. Für eine erfolgreiche Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosystemleistungen ist neben dem Verständnis der lokalen Gegebenheiten insbesondere auch der Austausch von Wissen, Erfahrungen und bewährten Verfahren notwendig. Dieser dringende Bedarf war der Anstoß für die Gründung des Netzwerks Renaturierung und Rekultivierung.
Unsere Vision
Unsere Vision ist es, einen dynamischen Knotenpunkt für transdisziplinäre Forschung, Bildung, lebensbegleitendes Lernen und Kapazitätsentwicklung zu etablieren. Dabei streben wir eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Universitäten weltweit an. Unser Ziel ist es, globale Initiativen im Bereich ökologischer Wiederherstellung, naturbasierter Lösungen und Landrenaturierung zu fördern, um einen gesunden und zukunftsfähigen Planeten für alle zu erhalten.
Verankert in Europas größter Landschaftstransformation
Unsere Initiative befindet sich in einzigartiger Lage im Rheinischen Braunkohlerevier, Europas größter Transformations-Landschaf. Hier werden riesige Tagebaugebiete einer umfassenden Rekultivierung unterzogen, wodurch die Region zu einem beispiellosen „lebenden Labor” für die Entwicklung und Demonstration innovativer Lösungen wird. Dies bietet eine außergewöhnliche Gelegenheit, Rekultivierungstechniken in einem noch nie dagewesenen Umfang zu erforschen, anzuwenden und zu verfeinern. Darüber hinaus weist das angrenzende Einzugsgebiet der Erft die höchste Dichte an Flussrenaturierungsprojekten in Deutschland auf und bietet einen unschätzbaren Rahmen für praktisches Lernen. Die Rheinebene und die angrenzenden Mittelgebirge bilden ein Mosaik vielfältiger Natur- und Kulturlandschaften, das optimale Bedingungen für Forschung und Innovation bietet.
Unsere Aktivitäten
Wir engagieren uns in diesen vier Bereichen:
1 – Weiterbildung & Lehre
- Entwicklung kompakter Angebote verschiedener zukunftsgerichteter Weiterbildungsformate für regionale (Rheinisches Revier) bis hin zu internationalen Zielgruppen (Fach- und Führungskräfte).
- Erarbeitung flexibler Lernpfade für fachfremde und fachkundige Teilnehmende.
- Angebot verschiedener Zertifikatslehrgänge für Fach- und Führungskräfte
- Förderung des Konzepts des lebensbegleitenden Lernens.
- Aufnahme neuer Inhalte zur Renaturierung und Rekultivierung in den Lehrplan der TH Köln und anderer Hochschulen in NRW.
2 – Beratung
Beratung von Kommunen und Unternehmen zur Umsetzung wirksamer Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen und Entwicklung nachhaltiger, sozio-ökonomisch tragfähiger Geschäftsmodelle in diesem Bereich
3 – Forschung
Durchführung transformativer, transdisziplinärer Forschung unter Verwendung von „Realwelt-Laboren“ und Co-Design-Prozessen zur Entwicklung praktischer Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen.
4 – Koordinationsstelle Netzwerk & Events
- Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Initiativen und Veranstaltungen zur Renaturierung im Bergbaugebiet Rheinland.
- Organisation von Veranstaltungen, Bildungsreisen und Exkursionen im Bereich Renaturierung & Rekultivierung zur Förderung des Bewusstseins und des Wissens zu diesem Thema.
- Kontinuierliche Erweiterung und Pflege des Netzwerks
Vorstellung des Expertenzirkels
Die TH Köln – Hochschule für Technik und Wirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, eine transformative Hochschule zu sein, die interdisziplinäre Methoden zur Förderung sozialer Innovationen vorantreibt. Durch die enge Zusammenarbeit mit relevanten Interessengruppen auf co-kreative Weise stellen wir uns drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen direkt und verbinden wissenschaftliche Expertise mit praktischer Umsetzung. Dieser Ansatz stellt sicher, dass unsere Forschung und unsere Absolvent:innen einen wirksamen Einfluss auf die Welt haben. Beteiligte Professoren: Prof. Dr. Lars Ribbe und Prof. Dr. Udo Nehren von der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme.
In einer Zeit, in der lebensbegleitendes Lernen immer wichtiger wird, spielt die Akademie für Weiterbildung der TH Köln eine immer größere Rolle bei der Unterstützung gesellschaftlicher Akteure. Unter Nutzung des Fachwissens aller Fakultäten und unseres Netzwerks von Praxispartnern stärken wir Einzelpersonen und Organisationen, indem wir ihnen das notwendige Wissen und die Fähigkeiten vermitteln, um Zukunft in ihrem jeweiligen Handlungsfeld (mit) gestalten und zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen zu können. Beteiligte Weiterbildungsentwickler:innen: Ilona Arcaro, Dr. Carolin Kamrath, Christine Hottenrott.
Das neu gegründete Centre for Innovation with Nature (CEIN) dient als neu entstehender Forschungs- und Wissenstransferknotenpunkt an der TH Köln und stärkt damit unsere Mission der sozialen Innovation und unser Bestreben, eine transformative Hochschule zu werden. Durch die Zusammenführung von Forscher:innen, Praktiker:innen, Bürger:innen und Unternehmern fördert das CEIN die Entwicklung wegweisender Lösungen, die technologischen Fortschritt mit dem Potenzial der Natur und der Ökosysteme verbinden und den Weg für eine nachhaltige Zukunft ebnen.
Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier ist eine zentrale Akteurin im Strukturwandel des Rheinischen Reviers. Mit Sitz im Brainergy-Park Jülich bündelt sie die regionalen Interessen, begleitet den Einsatz von Fördermitteln und entwickelt regionale Strategien. Zudem informiert sie über Fördermöglichkeiten, vernetzt Akteure und fördert die nachhaltige Nutzung der Strukturstärkungsmittel. Als GmbH organisiert, wird die Zukunftsagentur durch Gesellschafteranteile und Landesfördermittel finanziert. Sie betreut das im Jahr 2024 eingeführte Dialogverfahren und damit Projekte im Rheinischen Revier von der Idee bis zur Antragstellung. Sie setzt auf aktive Kommunikation und Bürgerbeteiligung, um die Gesellschaft in den Prozess einzubeziehen und die Erfolge des Strukturwandels sichtbar zu machen. Beteiligte Mitarbeiter:innen: Elke Hohmann und Stephan Piotrowski.
Die RWE Forschungsstelle Rekultivierung ist die Fachabteilung der RWE Power für Biodiversitätsmanagement im Rekultivierungsprozess. Sie bildet die Schnittstelle zwischen Bergbau, Wissenschaft und Naturschutz. Eine hochwertige Rekultivierung ist wichtig, da die neue Landschaft nicht nur vorübergehend Ersatz und Ausgleich bieten, sondern auch auf Dauer vielseitig und nachhaltig nutzbar sein muss – als Lebens- und Wirtschaftsraum für viele kommende Generationen. Ziel ist es daher, eine nachhaltigeund multifunktionale Landschaft zu schaffen, die allen Nutzungsansprüchen gerecht wird und den Schutz der Natur berücksichtigt.
An der Universität Hildesheim leitet Prof. Dr. Stefan Zerbe die Arbeitsgruppe „Interdisziplinäre Landschaftsökologie & Ökosystemrenaturierung”. Er ist zudem Honorarprofessor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Künste (HAWK) in Göttingen. Als renommierte, international tätige Persönlichkeit im Bereich der Renaturierung von Ökosystemen und Landschaften verfügt er über umfassende Fachkenntnisse in den Bereichen Vegetations- und Landschaftsökologie. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Lehr- und Netzwerktätigkeit für internationale und interkulturelle Studierendengruppen.
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