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Cologne Institute of Conservation Sciences

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft

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Prof. Dr. Gunnar Heydenreich

Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS)

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    Ubierring 40
    50678 Köln
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Restaurierungsethik im Kontext interdisziplinärer Forschung (CICS)

Wie erhält man zeitgenössische Kunstwerke richtig: Darf man Originalbestandteile ersetzen? Welchen Einfluss hat das auf die Authentizität des Kunstwerks? Was bleibt von der Kunst unserer Gegenwart?

Der Workshop „Restaurierungsethik im Kontext interdisziplinärer Forschung“ des Instituts für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) zeigte, die weitreichende Verantwortung des Restaurators, die aus diesen alltäglichen Fragen bei der Erhaltung und Präsentation zeitgenössischer Kunstwerke folgt.

Licht-Klang-Rhizom, RaumZeitPiraten Licht-Klang-Rhizom, RaumZeitPiraten (2010), Ausstellung below zero, KAI10 | Arthena Foundation und Quadriennale 2010, Düsseldorf (Bild: Claus Langer)

Restauratorinnen und Restauratoren haben die Aufgabe, Kunst- und Kulturgüter in ihrer physischen Substanz und Bedeutung zu erfassen und möglichst authentisch zu erhalten. Sie sind diejenigen, die praktisch Hand an die Kunstwerke legen. Ihre Restaurierungsentscheidungen bedeuten ein ständiges Abwägen: Soll die Originalsubstanz erhalten werden oder hat die Funktionalität des Kunstwerks die größere Bedeutung? Gerade zeitgenössische Kunstwerke verschließen sich dabei oftmals üblichen Erhaltungsstrategien, da sie häufig aus instabilen Materialien bestehen oder Technologien enthalten, die im Laufe der Zeit nicht mehr funktionstüchtig bzw. obsolet geworden sind. In diesem Sinne haben Restaurierungsentscheidungen großen Einfluss auf das Aussehen und die Wahrnehmung unseres kulturellen Erbes. Die Verantwortung, die daraus erwächst, verpflichtet zu einer andauernden Reflexion des eigenen Tuns.

Ziel: Dialog und Vernetzung

Am 17. und 18. Oktober 2014 setzten sich 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Restaurierung, Kunstgeschichte, Philosophie, Rechtswissenschaft, Geschichtswissenschaft und den Kulturwissenschaften in einem Workshop am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft (CICS) der Fachhochschule Köln mit Fragestellungen rund um die Erhaltung zeitgenössischer Kunst auseinander. Ziel war es, Wissenschaftler, die sich in ihren unterschiedlichen Disziplinen mit der Erhaltung von Kunst- und Kulturgut beschäftigen, zu vernetzen und gemeinsame Lösungsansätze und weiteren Forschungsbedarf für eine nachhaltige Erhaltung unseres kulturellen Erbes zu finden.

„Die gemeinsame interdisziplinäre Analyse mehrerer Fallstudien zur Restaurierung und Präsentation ausgewählter Werke von Nam June Paik, Doris Salcedo, Günther Uecker und Katharina Fritsch eröffnete uns ganz neue Perspektiven auf die Prozesse zur Entscheidungsfindung und den ethischen Umgang mit Kunst- und Kulturgut. Dies ist für Ausbildung von Restauratoren und die künftige Forschung auf diesem Gebiet von besonderer Relevanz. Die Aktualität des Themas verdeutlicht die gegenwärtige öffentliche Debatte um die Entsorgung eines lichtkinetischen Kunstwerkes von Heinz Mack, welches 30 Jahre in einem Aachener Spielcasino hing.“, zieht Prof. Dr. Gunnar Heydenreich Résumé.

Der Workshop ist Bestandteil des Projektes Restaurierungsethik im Kontext interdisziplinärer Forschung. Eine Plattform für neue Denkansätze, das seit 2013 im Zusammenhang mit dem internationalen Forschungsprojekt Network for Conservation of Contemporary Art Research (NECCAR) verfolgt wird.
Das am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft von Prof. Heydenreich initiierte Projekt wird von den Restauratorinnen Julia Giebler und Nora Krause koordiniert und von der Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, und der SchneiderGolling & Cie. Assekuranzmakler AG, Düsseldorf, finanziell unterstützt.

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