Trauma, Gender und Soziale Arbeit: Großer Zuspruch für den Dies Academicus 2026
Die große Resonanz trotz der extremen Witterungsbedingungen unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz des Themas und die Attraktivität eines Formats, das Wissenschaft, Praxis und Studium in besonderer Dichte zusammenführt.
Der Dies Academicus ist seit Jahren eine lebendige Tradition der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln. Auch der Fachtag 2026 zum Thema „Trauma, Gender und Soziale Arbeit“, der gemeinsam mit dem Institut für Geschlechterstudien veranstaltet wurde, stieß auf große Resonanz: Trotz einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius folgten am 25.06.2026 mehr als 200 Teilnehmende (Studierende, Lehrende, Fachkräfte aus der Praxis und Interessierte aus der Stadtgesellschaft) der Einladung auf den Campus Südstadt. Die große Resonanz trotz der extremen Witterungsbedingungen unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz des Themas und die Attraktivität eines Formats, das Wissenschaft, Praxis und Studium in besonderer Dichte zusammenführt.
Zwei hochkarätige Keynotes
Prof. Dr. Julia Gebrande (Hochschule Esslingen), Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, eröffnete den Fachtag mit ihrer Keynote „Trauma, Geschlecht und Gesellschaft“. Sie plädierte für eine kritisch ambitionierte Soziale Arbeit, die traumatische Erfahrungen nicht individualisiert und pathologisiert, sondern in ihren gesellschaftlichen Macht-, Gewalt- und Ungleichheitsverhältnissen versteht – und die Anerkennung von Unrecht als zentrale Form der Unterstützung Betroffener begreift.
Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker (Universität Zürich), einer der international führenden Psychotraumatologen, widmete sich in seiner Keynote „Historische Traumata und transgenerationale Weitergabe: Familienbotschaften, Beziehungsmuster und soziale Kontexte“ den Mechanismen, über die sich traumatische Erfahrungen in Familien und sozialen Beziehungen fortschreiben und den Konsequenzen für eine sensible, kontextorientierte und biografiebezogene Praxis der Sozialen Arbeit.
Acht Workshops: Theorie trifft Praxis
Am Nachmittag fanden acht parallele Workshops statt, die das Themenspektrum in großer Breite entfalteten: von traumasensibler Biographiearbeit über transgenerationale Traumata und kollektive Gewalterfahrungen der Ezid:innen nach dem Genozid von 2014, traumapädagogisch diagnostisches Verstehen, sekundäre Traumatisierung als mögliches berufsbezogenes Risiko, Bindung und Trauma in der Sozialen Arbeit, sexualisierte Gewalt gegen junge Menschen, urbane Angsträume bis hin zum Gewaltschutz für ältere und hochaltrige Frauen. Die Workshops wurden von Referent:innen aus Wissenschaft und Praxis geleitet und zeichneten sich durch hohe Praxisnähe und vertiefte fachliche Auseinandersetzung aus.
Zahlreiche studentische Beiträge: Studierende als aktive Mitgestalter
Besonders erfreulich war die starke Beteiligung der Studierenden an der inhaltlichen Gestaltung des Dies Academicus. Studierende aus fünf Seminaren erarbeiteten zahlreiche studentische Beiträge, insbesondere in Form von Postern, die in der Bildungswerkstatt präsentiert und rege diskutiert wurden. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie differenziert, engagiert und forschungsnah sich Studierende mit Fragen von Trauma, Geschlecht, Gesundheit, sozialer Ungleichheit und professioneller Unterstützung auseinandersetzen.
Sehr positive Resonanz
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg sehr positiv. Besonders hervorgehoben wurden die hohe fachliche Qualität der Keynotes, Workshops und der studentischen Beiträge, die gelungene Verbindung von Wissenschaft und Praxis sowie die offene und konstruktive Atmosphäre des gesamten Tages.
Herzlicher Dank
Die Vorbereitungsgruppe dankt allen Beteiligten sehr herzlich: den Keynote-Referent:innen, allen Workshop-Leitungen, den Studierenden für ihre sehr engagierten Beiträge sowie allen Helfer:innen, die im Hintergrund, oft weit über das Erwartete hinaus, zum Gelingen des Tages beigetragen haben.
Materialien für Interessierte
Ausgewählte Materialien zum Dies Academicus 2026 werden in Kürze bereitgestellt.
Die Vorbereitungsgruppe des Dies Academicus 2026
Dr. Dario Deloie, Heidrun Stenzel und Prof. Dr. Sefik Tagay
Juli 2026