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Christian Sander

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Schaufensterbummel 2.0: Digitale Projektionen in leer stehenden Auslagen

„Klangfiguren“, ein Kölner Künstlerkollektiv von zwei Studierenden und einem Absolventen der Köln International School of Design (KISD) der TH Köln, bringt neues Leben in leer stehende Schaufenster.

Das Künstlerkollektiv Klangfiguren: v.l.n.r. Daniel Dormann, Lukas Höh, Till BeutlingDas Künstlerkollektiv Klangfiguren: v.l.n.r. Daniel Dormann, Lukas Höh, Till Beutling (Bild: Klangfiguren)

Mit digitalen Projektionen von Produkten verbinden Lukas Höh, Till Beutling und Daniel Dormann die Vorzüge der Fußgängerzone mit denen des mobilen Handels. Für ihr Projekt NOWA wurde Klangfiguren jetzt als eines von 32 Unternehmen zu „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ gekürt. Die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung vergibt diese Auszeichnung seit 2010 jährlich an Menschen, die mit ihrem Handeln der Kultur- und Kreativwirtschaft Gesicht und Gewicht geben.

NOWA ist eine Wortschöpfung aus dem lateinischen Begriff nova für neu oder modern und den englischen Begriffen window (Fenster) und application (Applikation, Anwendungssoftware). Kern von NOWA ist die digitale Projektion von Produkten auf eine Schaufensterscheibe. Passanten können ohne eine spezielle App oder Software direkt über den Browser ihres Smartphones auf die Inhalte im Schaufenster einwirken. Beispielsweise können sie die Farbe der Produkte ändern, die Objekte aus allen Blickwinkeln betrachten oder sich ganze Produktpaletten anschauen. „Dank der Nutzung des Handybrowsers kann NOWA durch die vom Smartphone bekannten Befehle wie dem ‚Wischen‘ oder dem ‚Doppelklick‘ gesteuert werden. Es müssen keine neuen Gesten gelernt werden“, erklärt Höh.

NOWA im Einsatz: Produktanimationen werden aus dem Ladeninnenraum auf die Schaufensterscheibe projiziert.NOWA im Einsatz: Produktanimationen werden aus dem Ladeninnenraum auf die Schaufensterscheibe projiziert. (Bild: Klangfiguren)

Um NOWA in einem Schaufenster einzurichten, sind nur wenige Vorbereitungen nötig. Neben einem handelsüblichen, lichtstarken Beamer wird ein Computer benötigt, auf dem die Software von Klangfiguren installiert ist. Das Schaufenster wird von außen mit einer Grafikfolie beklebt, die im Stil des Kunden gestaltet ist. Diese hat rechteckige Aussparungen, in die eine mattierte Folie eingeklebt wird, auf die ein Beamer im Ladeninnenraum die Produktanimationen projiziert. Jede dieser Aussparungen kann jeweils von einem Passanten genutzt werden.

„Hat man im digitalen Schaufenster ein spannendes Produkt gefunden, kann man dieses per Mail verschicken“, ergänzt Beutling. Der Kunde habe so die Möglichkeit, sich zu Hause intensiver mit dem angebotenen Produkt beschäftigen. „Natürlich können die Produktinformation auch in den verschiedenen Social Media Netzwerken geteilt werden“, so Beutling. „Das Schöne an einem Schaufensterbummel ist, dass man ohne konkretes Ziel durch die Stadt schlendert und sich überraschen lässt, ob sich etwas Spannendes findet. Virtuelles Einkaufen hat den Vorteil, dass man die Produkte seinen eigenen Wünschen anpassen und problemlos bestellen kann. Wir verbinden das Beste aus beiden Welten“, sagt Dormann.

NOWA ist vor allem für leer stehende Schaufenster interessant, die somit für eine neue Nutzungsart vermietet werden können. Zudem entstehen zusätzliche und kostengünstige Präsentationsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Dies unterstützt den lokalen Einzelhandel und macht Innenstädte attraktiver. Zurzeit arbeitet Klangfiguren an der Marktreife des Systems. Im Frühjahr 2015 könnte NOWA fertig sein. „In dieser finalen Entwicklungsphase profitieren wir stark von dem Netzwerk der Kultur- und Kreativpiloten“, sagt Höh. „Als Designer wissen wir, wie NOWA aussehen soll und was das System können muss. Durch das Mentoring-Programm der Kultur- und Kreativpiloten bekommen wir wertvolle Kontakte und Unterstützung beim Marketing und Businessplan.“

Die Arbeitsschwerpunkte des Künstlerkollektivs Klangfiguren sind computergestützte Medienkunst und Interaction-Design. Lukas Höh, Till Beutling und Daniel Dormann kreieren Szenarien aus Licht oder Installationen, die auf Geräusche reagieren. Ihre Lichtchoreografien kamen bereits auf Hochhausfassaden, in Museen und in Clubs zum Einsatz. Die drei Designer kooperieren regelmäßig mit Künstlern, Fotografen, Musikern und Designern aus ganz Deutschland.

19. November 2014

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