Typisch Mann, typisch Frau? Prof. Dr. Beate Rhein

„Gerade für Frauen locken gute Berufsaussichten, da die einstellenden Firmen immer mehr auf gemischte Teams setzen.“


Prof. Dr. Beate Rhein lehrt Mathematik und Scientific Computing an der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik Prof. Dr. Beate Rhein lehrt Mathematik und Scientific Computing an der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

Als Beate Rhein Ende der 1980er-Jahre Mathematik studierte, lag der Frauenanteil bei 40 Prozent, also eigentlich recht ausgeglichen. Es sei wohl weniger eine Frage des Geschlechts denn eine des Typs, in welche Fachrichtung sich die Menschen orientieren, findet sie. Frauen würden eher dazu neigen, sich bei ihrem Interesse für Mathematik auch konkret für dieses Fach zu entscheiden, statt darüber die Ingenieurwissenschaften für sich zu entdecken.

Vielleicht eilt den Technikern aber auch ein bestimmter Ruf voraus: Die Mathematik-Professorin erlebt unter den Studierenden an der Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik eine durchaus andere Atmosphäre als damals in ihrem Studium. Gerade die Studenten, die immerhin rund 85 Prozent der Studierenden ausmachen, seien sehr sachlich, nüchtern und in ihren Gesprächen eher technikfixiert. Das sehe man auch an den Motiven auf den Bildschirmen: Computer und Autos dominieren. Einige Studenten seien regelrechte Einzelkämpfer, die sich kaum untereinander austauschen würden.

Für die kleine Schar Studentinnen sei es sicher nicht leicht, sich in dieser Atmosphäre als Frau wohl zu fühlen, glaubt Rhein. Die kämen übrigens häufig aus osteuropäischen oder orientalischen Ländern, in denen technische Berufe weniger einer geschlechtsspezifischen Rollenverteilung zu unterliegen scheinen. Gleichzeitig stellt sie fest, dass gerade die Kurse, die von Frauen als Tutorinnen gehalten werden, besser besucht sind.

„Dass ich eine Frau bin, war für mich im Berufungsverfahren wohl vorteilhaft. Denn mein Karriereweg wurde nicht nur durch die Industrie, sondern auch durch zahlreiche Lehraufträge während der Kindererziehung geprägt.“ Und wurde in Prof. Dr. Margot Ruschitzka darin unterstützt, sich als Professorin zu bewerben. Sie hat den Eindruck, dass es den Kollegen durchaus recht ist, dass mittlerweile immerhin vier Professorinnen in die Fakultät berufen wurden. „Frauen, die sich für ein solches Studium interessieren, sollte bewusst sein, dass sie in einer von Männern geprägten Atmosphäre studieren werden. Dafür locken gerade für Frauen gute Berufsaussichten, da die einstellenden Firmen immer mehr auf gemischte Teams setzen.“

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