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Monika Probst

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Optimaler Weißabgleich bei Mischlicht

In Kooperation mit der Leica Camera AG präsentieren Studierende des Masterstudiengangs Medientechnologie der Fachhochschule Köln auf der photokina 2014 eine Neuentwicklung: den lokalen Weißabgleich für Digitalkameras.

Die Konzeptstudie zeigt, wie sich der Weißabgleich bei Mischlicht optimieren lässt, um ein Foto neutral abgeglichen darzustellen. Vom 16. bis 21. September können die Besucherinnen und Besucher den lokalen Weißabgleich auf dem Leica-Stand testen (Halle 1).

Im Gegensatz zu anderen laufenden Untersuchungen, bei denen ein optimierter Weißabgleich bei Mischlicht in der Bildnachbearbeitung erfolgen soll, haben die fünf Studierenden eine Lösung direkt für die Bildaufnahme entwickelt (Leitung: Prof. Dr. Gregor Fischer, Fakultät für Informations-, Medien- und Elektrotechnik). Derzeit erfolgt der Weißabgleich in den Kameras global und auf Basis einer Lichtfarbe. Sobald allerdings verschiedene Lichtquellen mit unterschiedlichen Lichtfarben ein Bildmotiv beleuchten, führt das zu Problemen: Der Kamerasensor errechnet einen ungenauen Mittelwert. Oder er entscheidet sich nur für eine Lichtfarbe zur Bestimmung des Weißabgleichs. Das heißt, Licht und Farben weichen von der Realität ab.

Der lokale Weißabgleich kann das ändern. Dazu wird bei der Aufnahme ein Polfilter verwendet. Die Szene wird zwei Mal fotografiert, zwischen der ersten und der zweiten Aufnahme wird der Polfilter um 90 Grad gedreht. Über ein Differenzbild der beiden Aufnahmen kann anschließend die beleuchtende Lichtfarbe von der Objektfarbe getrennt werden; die Lichtfarbe wird so lokal detektiert.

„Dadurch entsteht ein Bild mit idealem Weißabgleich“, so Prof. Dr. Gregor Fischer.

Das Verfahren des lokalen Weißabgleichs ist nicht nur für die professionelle Fotografie interessant: zum Beispiel in Licht-und-Schatten-Situationen kann die Kamera bessere Ergebnisse erzielen. Auch im HDRI-Bereich (High Dynamic Range Imaging), in dem große Helligkeitsunterschiede detailreich wiedergegeben werden, trifft die Entwicklung der Studierenden bereits auf erste Interessenten aus der Industrie. Professor Fischer:

„Wie sich die Technik direkt auf dem Kamerasensor integrieren lässt, müssen wir in einem der nächsten Forschungsschritte prüfen.“

11. September 2014

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