OERcamp17 - Offene Bildungsmaterialien für die Qualität der Lehre

Foto eines Leuchtsschriftzugs "Open" (Bild: Blanche Fabri CCBY 4.0)

Offene Bildungsmaterialien, Open Educational Resources, standen im Mittelpunkt des OERcamp am 12./13. Mai an der TH Köln.

Am 12./13. Mai fand an der TH Köln das OERcamp17 statt. Das Camp in Köln war eine von bundesweit vier Veranstaltungen zu offenen Bildungsmaterialien, so genannten Open Educational Resources (OER). In fast 70 verschiedenen Workshops und Sessions (letztere im Barcampformat) wurden technische, rechtliche und didakzische Fragen der OER diskutiert und praktisch bearbeitet. Die einzelnen Beiträge sind im Sessionplan dokumentiert.

Vor den 160 Teilnehmenden betonte  Prof. Dr. Sylvia Heuchemer passend zum Kernwert Offenheit der TH in ihrer Begrüßung, "dass akademische Bildung nur in einem Umfeld möglich ist, das auf Offenheit, Austausch und damit natürlich Qualität setzt." Gerade bei der zunehmenden Diversität der Studierenden sei es klar, dass man die "wertwolle Präsenzzeit ungern für die reine Wissensvermittlung nutzt. Gut konzipierte, öffentlich zugängliche Lernressourcen ermöglichen es uns, die Wissensaneignung nach Hause zu verlagern, so dass sich Studierende intensiver, individueller, entsprechend ihrer Bedürfnisse mit Lehrinhalten auseinandersetzen können, um sich dann gut vorbereitet, erkenntnisgewinnend in die projektbasierte Teamarbeit einbringen zu können. "

Darüber hinaus sah Heuchemer Chancen für die Qualitätsentwicklung in der Lehre durch OER: "Gerade das Konzept der offenen Lizenzen ist im Bereich Lehre in meinen Augen wichtig, denn im Gegensatz zur Forschung gibt es hier keine Scientific Community im engeren Sinne, die Qualitätsstandards setzt. Wenn aber eine ausreichend große Zahl von Peers bereit ist, in Form einer sozialen Produktion gemeinsam Bildungsmaterialen zu erstellen, dann unterstützen OER nicht nur neue Formen des kollaborativen Lernens, sondern insbesondere auch die Kooperation zwischen Lehrenden und tragen dabei wesentlich zur einer Qualitätsverbesserung und Qualitätsdiskussion im Bereich Lehre bei."

Um die Qualität der Materialien gut diskutieren und weiterentwickeln zu können, sind Rahmenbedingungen, Ziele, Konzepte der Lehrveranstaltungen und Praktiken mit in den Blick zu nehmen. Einfaches Einstellen von Materialn ins Netz findet viel statt, zu OER gehört aber mehr: "Wichtig ist natürlich auch, dass Hochschulleitungen OER-Aktivitäten fördern, honorieren, unterstützen. Daher versuchen wir als Hochschulleitung in unsere Hochschule zu wirken und deutlich zu machen, dass die Nutzung, Erstellung und Verbreitung offener Lernunterlagen von uns gewünscht ist, weil es im Einklang mit unseren Werten und unserer Mission steht; und wir versuchen hier Anreize zu setzen:  Lehrende bspw., die bereit sind, Bildungspraktiken und –materialien web-öffentlich zugänglich zu machen, sich der Diskussion und Qualitätssicherung im nationalen und internationalen Raum zu stellen, zeigen für uns eine überdurchschnittliche Leistung in der Lehre, die wir wiederum im Rahmen der W-Besoldung mit einer Leistungsprämie honorieren."

Träger und Veranstalter der OERcamps ist der Verein ZLL 21 e.V. Die Organisation wird von der Agentur J&K – Jöran und Konsorten übernommen, die TH Köln war im OERcamp West Kooperationspartner. Das nächste OERcamp findet am 23./24.6. in Hamburg statt. Ein viertes OERcamp ist im Herbst in Berlin geplant.  Mehr zu den einzelnen Camps unter www.oercamp.de

Weitergeführt wird das Thema Open Educational Resoruces an der TH Köln u.a. im OER-Meetup (z.B. am 30.5.) oder im Workshop zu OER am 31.5. im hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramm.

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