Konferenz: General Online Research 2019 (GOR 19) zum vierten Mal in Köln

Die General Online Research Konferenz (GOR) der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung e.V. (DGOF) findet vom 6.-8. März 2019 erneut an der TH Köln statt. Auf der Konferenz geht es unter anderem um Online-Forschungsmethoden, Big Data sowie um die Online-Marktforschung. Prof. Dr. Matthias Fank von der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften hat die Konferenz mitorganisiert.

Was sind die Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz?

Prof. Dr. Matthias Fank: Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Onlineresearch. Das Image der Onlineforschung ist derzeit in Zeiten von Fake News und Datenmissbrauch sehr angeschlagen. In den letzten Jahren gab es außerdem große Diskussionen darüber, ob die Marktforschung unseriös arbeitet. Das hat in der gesamten Branche für viel Aufsehen gesorgt. Da es immer mehr günstige Anbieter auf dem Markt in dem Bereich gibt, geht es auch um das Thema Qualität von Marktforschungsinstituten. Wir untersuchen, wie ein gutes von einem schlechten  Marktforschungsinstitut zu unterscheiden ist. Das ist nach wie vor ein großes Thema in der Branche.

Was sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz mitnehmen?

Die Konferenz widmet sich in mehr als hundert Vorträgen und Workshops der Diskussion und Analyse von Innovationen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der digitalen Forschung. Außerdem sollen sich Forscherinnen und Forscher aus Wissenschaft und Praxis inhaltlich austauschen. Für die Studierenden des Masterstudiengangs und mich ist es wichtig zu sehen, wo wir weltweit stehen und welche Forschungsrichtungen es in dem Bereich gibt.

Worin liegen aktuell die größten Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung?

Wir haben festgestellt, dass die Leute grundsätzlich müde werden, bei Befragungen mitzumachen. Die Marktforschung kann nicht mehr so einfach auf Probandinnen und Probanden zurückgreifen. Die jungen Leute haben eher ein Handy und keinen Festnetzanschluss. Aus unserer Erfahrung heraus möchten viele nicht am Handy unterwegs an einer Befragung teilnehmen oder mögliche Antworten auf dem Mobiltelefon eintippen. Da müssen wir heutzutage andere Wege finden.

Welche zum Beispiel?

Ich sehe ein großes Potential darin, dass Leute direkt über eine digitale Unterhaltung befragt werden können, ohne mühselig einen Fragebogen auszufüllen oder den Rechner aufrufen zu müssen. Wenn man beispielsweise Sprachsteuerungssysteme wie Alexa oder Siri zuhause stehen hat, über die man seinen Einkaufszettel pflegt, dann könnten Marktforschungsinstitute direkt fragen, war die Zahnpasta die richtige? Was gefällt Ihnen und was nicht? Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, weil aus Datenschutzgründen niemand den Einkaufszettel sehen darf. Es sind Dinge, die sicherlich kommen werden und mit denen sich die Branche auch ethisch und moralisch auseinandersetzen muss. Außerdem geht das Thema Big Data nicht an der Marktforschung vorbei. In allen Bereichen werden viele Daten gesammelt. Wir haben so viele digitale Daten, da fragen wir uns natürlich auch, was man für die Marktforschung herausziehen kann und nutzen darf.

Welche Bedeutung hat die GOR-Konferenz für den Masterstudiengang Markt- und Medienforschung, den Sie an der TH Köln leiten?

Wir sind an der TH Köln mit dem Masterstudiengang sehr breit aufgestellt, und es gibt in Deutschland keinen vergleichbaren Studiengang. Wir haben derzeit 35 Masterstudierende, die sich auf der Konferenz engagieren. Das ist für die Veranstalter der GOR sehr interessant, denn die gehen lieber an eine Hochschule, die mit diesen Themen etwas anfangen kann. Für unsere Studierenden ist das eine tolle Situation, sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen.

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