International renommierter Experte für Umwelttechnik geht in den Ruhestand

Prof. Dr. Michael Bongards vom Campus Gummersbach der TH Köln war weltweit erfolgreich mit Projekten in den Bereichen Abwassertechnik und Biogas

„Ich war in meinem Fachgebiet der Amateur, mein Team waren die Profis.“ Bescheidenheit gehört zu den römischen Tugenden, an denen sich Prof. Dr.-Ing. Michael Bongards in seinem Leben orientiert hat, genauso wie der Mut, den er immer wieder gezeigt hat, wenn er bei seinen Projekten unkonventionelle Wege ging. Mit Michael Bongards wurde ein außergewöhnlich erfolgreicher Professor vom Präsidium der TH Köln zum Ende des Wintersemesters in den Ruhestand verabschiedet. In den letzten 20 Jahren hat Prof. Bongards sich mit seiner zuletzt 14-köpfigen Forschungsgruppe GECO>C ein internationales Renommée als Experte für Automatisierungslösungen in der Umwelttechnik aufgebaut, vor allem im Abwasserbereich und in der Biogasproduktion. Außerdem zählte er mit seinen zahlreichen Forschungsprojekten über viele Jahre zu den Professoren mit dem größten Forschungsetat der gesamten TH Köln. Hierzu trugen vor allem die erfolgreichen EU-Projekte bei, die meistens mehr als eine Million Euro umfassten.

Honorarprofessor in Kirgisistan

Seine Forschungsprojekte führten Prof. Bongards u.a. nach Irland, Serbien, Türkei und China. Dabei entwickelte er eine besondere Verbindung nach Kirgisistan: In dem zentralasiatischen Land betreute er eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten und so ernannte ihn die Kirgisische Technische Universität in Bischkek im Jahr 2012 zum Honorarprofessor. Nicht nur das, man schenkte dem passionierte Reiter auch einen kirgisischen Hengst, der ihm zur Verfügung steht, wenn er in das Land am Rande des Himalajas fliegt, wie TH-Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Becker zu berichten wusste. Er würdigte das außerordentliche Engagement des Elektroingenieurs in praxisnaher Forschung und Lehre, genauso wie TH-Präsident Prof. Dr. Stefan Herzig. Als Abschiedsgeschenk überreichte dieser eine Urkunde und ein Boule-Spiel, obwohl der agile 65jährige zukünftig ganz sicher nicht „eine ruhige Kugel schieben“ wolle.

Wissenschaftlicher Leiter des Projekts :metabolon

Mit seinem Ruhestand übergibt Bongards auch die wissenschaftliche Leitung des Projekts :metabolon in Lindlar an seinen Nachfolger. Bongards war an der Planung und Umsetzung dieses Lehr- und Forschungsstandort der TH Köln maßgeblich beteiligt. Seit 2009 sind viele Millionen Euro in die Restrukturierung der ehemaligen Mülldeponie und ihren Ausbau geflossen. Derzeit fördern die EU und das Land NRW „:metabolon IIb“, ein Nachfolgeprojekt mit dem Schwerpunkt auf einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, über vier Jahre mit 8,3 Mio. Euro. Prof. Dr. Christian Malek, Direktor des neu gegründeten :metabolon-Instituts, überreichte als „nachhaltiges und komplett analoges“ Geschenk eine kleine Öl-Lampe.

Neben Lehre und Forschung engagierte sich Prof. Bongards auch in der Selbstverwaltung der TH Köln, u.a. als Dekan und Prodekan für Finanzen, und auch für Ehrenämter im Vorstand des Vereins ZebiO oder im Rotary Club nahm er sich Zeit. Prof. Bongards wohnt im Sauerland, er ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und zwei Enkelinnen. Jetzt freut er sich darauf, mit den beiden kleinen Mädchen in Zukunft mehr Zeit verbringen zu können.

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