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Christian Sander

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Inklusive Kinder- und Jugendreisen weiterentwickeln: Handlungskonzept der TH Köln

Wie sollten inklusive Kinder- und Jugendreisen gestaltet sein, damit sie für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein vielfältiges und attraktives Angebot sind? Dieser Frage ging der Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der TH Köln gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern in einem dreijährigen Forschungsprojekt nach.

Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in einem "Handlungskonzept zur Weiterentwicklung von inklusiven Kinder- und Jugendreisen" zusammengefasst. Kernstück der Publikation sind sechs Leitziele, die definieren, was langfristig für diese Art von Reisen erreicht werden soll. Das Handlungskonzept steht zum Download bereit unter www.inklusivunterwegs.de.

Die Leitziele geben eine übergeordnete Linie für die Weiterentwicklung von inklusiven Kinder- und Jugendreisen vor. Darauf aufbauend haben die Projektpartner konkrete Handlungsziele erarbeitet, sowie Maßnahmen und Reflexionsfragen. Beispielsweise lautet das erste Leitziel: "Ein wertschätzender, nicht-diskriminierender Umgang miteinander ist für alle Grundlage allen Handelns." Ein dazu gehörendes Handlungsziel ist der Aufbau einer konsequenten internen und externen Kommunikation. Maßnahmen, um dieses zu erreichen, sind unter anderem eine kritische Selbstreflexion des alltäglichen Sprachgebrauchs und die regelmäßige Überprüfung der Kommunikationsmedien.

"Es gibt ein ausgesprochen vielfältiges Angebot von inklusiven Kinder- und Jugendreisen durch öffentliche, freie und kommerzielle Veranstalter. Daher gibt es auch sehr unterschiedliche Fragestellungen und Probleme bei Trägern und Mitarbeitenden", erläutert Prof. Dr. Andreas Thimmel, der gemeinsam mit Prof. Dr. Andrea Platte das Projekt geleitet hat. Um dieser heterogenen Zielgruppe gerecht zu werden, habe man das Handlungskonzept so ausgelegt, dass es sich an Träger, Mitarbeitende und Ehrenamtler, sowie die gesamte "Szene" der inklusiven Kinder- und Jugendreisen richte.

"Das Handlungskonzept kann in jeder Phase einer inklusiven Kinder- und Jugendreise angewendet werden", sagt Projektleiterin Prof. Platte. "Etwa bei der Planung einer neuen Freizeit, bei der Überarbeitung bestehender Angebote, wenn es um den Abbau von Barrieren geht oder zur Reflexion der eigenen pädagogischen Grundhaltung." Das Konzept basiere zwar auf Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen, lasse sich aber auf alle Bundesländer übertragen, so Platte.

Netzwerk für alle Akteure

Kurz nach dem Start des Forschungsprojektes hat die TH Köln ein Netzwerk gegründet, um Akteurinnen und Akteuren aus der Szene einen Ort für den systematischen Austausch zu bieten. 25 Organisationen aus der Jugendarbeit und der Behindertenhilfe, Anbieter, kommunale Verantwortliche und Verbände treffen sich seitdem zweimal im Jahr. Neben dem fachlichen Diskurs sowie dem Ideen- und Erfahrungsaustausch stand bei den Netzwerktreffen die Entwicklung des Handlungskonzepts im Mittelpunkt. Auch über das Projektende hinaus will das Netzwerk aktiv bleiben und hat für das kommende Jahr zwei weitere Treffen terminiert. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Die Projektanlage und die Ergebnisse verdeutlichen den zentralen Beitrag von Jugendreisen und Jugendarbeit für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einem an Inklusion orientierten Bildungssystem. 

Das Forschungsprojekt "Inklusiv Unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW" wurde von November 2014 bis September 2017 vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

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