CAIR4ME: Digitale Transformation in der Pflege
Pflegende Angehörige, insbesondere neu pflegende Eltern, stehen vor der Herausforderung unzureichender Informationen über Abläufe, Prozesse, Rechte und Koordination der häuslichen Pflege. Existierende Pflegeberatungen sind nicht ausreichend auf spezifische Bedarfe zugeschnitten. KI-gestützte Chatbots sind theoretisch in der Lage, bei der Informationsbeschaffung in diesen Bereichen zu unterstützen.
In der Praxis erweisen sie sich jedoch häufig als problematisch:
• Sie liefern oft unzuverlässige oder nicht situationsgerechte Antworten.
• Expert:innenwissen muss regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden.
• Sie erfordern viel technisches Vorwissen von pflegenden Angehörigen.
• Sie bieten keine Möglichkeit für das Teilen von Erfahrungswissen.
Menschenzentrierter und partizipativer Wissensknotenpunkt
Das Projekt CAIR4ME möchte pflegende Angehörige durch eine interaktive, KI-gestützte Wissensbasis unterstützen, die situativ verlässliche Informationen bietet. Ziel ist es, einen menschzentrierten und partizipativen Wissensknotenpunkt zu schaffen. Dieser nutzt sowohl Expert:innenwissen als auch Erfahrungswissen und stellt es bereit, um Wissenslücken zu schließen, Komplexität zu reduzieren und die Informationsbedarfe in häuslichen Pflegesituationen effizienter zu decken. Dabei sollen neue Interaktionskonzepte zum Wissensaufbau und -abruf entwickelt werden, die mit den mentalen Modellen und realen Situationen der Nutzer:innen kompatibel sind und über herkömmliche Chatbot-Funktionalitäten hinausgehen. Dazu entwickelt das Projekt ein KI-basiertes System, das den individuellen Kontext der Nutzer:innen proaktiv berücksichtigt. Die angestrebte Lösung bietet insbesondere
• kontextsensitive Bereitstellung von Wissen
• menschzentriertes Interaktionsdesign
• praxisorientierte Anwendung
Auf einen Blick
| Kategorie | Beschreibung |
|---|---|
| Forschungsprojekt | CAIR4ME: Digitale Transformation in der Pflege |
| Leitung | Dietlind Zühlke |
| Fakultät | Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften |
| Institut | Institut für Data Science, Engineering, and Analytics (IDE+A) |
| Beteiligte | Isabel Zorn (Digitale Technologien und Soziale Dienste / Fak. Angew. Sozialwissenschaften), Raphaela Groten (Gestaltung interaktiver Systeme / Fak. Informatik & Ingenieurw.schaften), Karin Tiesmeyer (Angewandte Pflegewissenschaft/ FB II Heilpädagogik und Pflege EvH) |
| Projektpartner | PLiX Care Innovation GmbH, Diakonie Düsseldorf / Abteilung Heilpädagogische Hilfen, Neuland AI AG, hsag Heidelberger Services AG |
| Fördermittelgeber | BMFTR |
| Laufzeit | 01.04.2026 - 31.03.2030 |
Unterstützung für die Pflegepraxis
Das Projekt zielt darauf ab, die Pflegepraxis zu unterstützen, indem es Unsicherheiten reduziert und die Effizienz der Wissensgewinnung durch einen Knowledge Hub steigert. Dadurch ergeben sich ergeben sich folgende Mehrwerte in der Praxis:
- Pflegende Angehörige erhalten Orientierung und Entscheidungsunterstützung in akuten Situationen, was ihre Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit stärkt.
- Pflegeexpert:innen profitieren von standardisierten Prozessen zur Einbindung ihres Wissens ohne technisches Vorwissen.
- Pflegefachkräfte und Beratungsstellen erhalten mit CAIR4ME ein Werkzeug, das den Zugang zu aktueller, kontextualisierter Information erleichtert und die Qualität ihrer Beratung verbessert.
- Für Bildung und Weiterbildung in Pflege und Sozialer Arbeit eröffnet sich die Möglichkeit, das System in Trainings, Skills-Labs und Zertifikatskursen einzusetzen.
Die Ergebnisse und Verfahren aus diesem Projekt sind auf viele weitere Anwendungsbereiche im gesellschaftlichen und industriellen Kontext übertragbar. Darüber hinaus sind drei Promotionsstellen innerhalb des Projekts geplant und finanziert.