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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

Erstmalige Staatliche Anerkennung von Kindheitspädagoginnen und -pädagogen

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Prof. Dr. Claus Stieve

Angewandte Sozialwissenschaften
Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)

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Warum ich Kindheitspädagogin bin. Linda Beuth im Interview.

Linda Beuth, geb. 1982, studierte von 2011 bis 2015 Pädagogik der Kindheit und Familienbildung an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln.

Linda BeuthLinda Beuth (Bild: privat)

Was haben Sie vor Ihrem Studium gemacht?
Ich bin ausgebildete Hebamme, arbeitete  im Kreißsaal des Vinzenz Pallotti Hospital und begann zusätzlich freiberuflich in den Bereichen Schwangerenvorsorge, Nachsorge, Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik tätig zu sein.

Was motivierte Sie dazu, Pädagogik der Kindheit und Familienbildung zu studieren?
Mit der Zeit wuchs in mir der Wunsch mein Berufsfeld auf die Familienbildung zu erweitern. Ich wollte Familien kompetent und umfassend während der Zeit der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes begleiten können. In einer Zeit, in der sich das System der Familie grundlegend verändert hat, sollte dieser hoch sensiblen Phase der Umstellung besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht werden.

Was hat Ihnen an diesem Studium besonders gefallen?
Die Arbeit im Bereich der Familienbildung bereitete mir schon während meiner Tätigkeit als Hebamme sehr viel Freude. Aufgrund meiner Erfahrungen aus dieser Zeit und meinem Interesse, junge Familien umfangreich und über einen langen Zeitraum hinweg betreuen zu wollen, habe ich mich schon seit langem in einer Einrichtung zur Familienbildung gesehen.

Welche Schwerpunkte hatten Sie sich im Studium gesetzt?
Während der gesamten Studienzeit habe ich versucht meine Erfahrungen als Hebamme mit einzubinden. So legte ich meine Schwerpunkte, soweit es mir möglich war, auf die ersten Jahre der Kindheit und der Familienentstehung. Denn Familienbildung und auch frühkindliche Bildung beginnt für mich nicht erst mit dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten. Schon der Verlauf einer Schwangerschaft prägt die Familie, so dass die Familien schon hier abgeholt und begleitet  werden sollten. So habe ich mich insbesondere mit Bindungstheorien und systemischen Ansätzen zur Begleitung von jungen Familien beschäftig und auseinandergesetzt.

Wie beschreiben Sie Ihr Berufsprofil als Kindheitspädagogin?
Ich verstehe mich eher als Kindheits- und Familienpädagogin! Wie schon erwähnt, hat sich die Struktur des Systems Familie in den letzten Jahren deutlich verändert: Frauen kehren nach einer Geburt schneller in ihren Beruf zurück, Väter sind wesentlich mehr an der Betreuung und Begleitung ihrer Kinder beteiligt. Es gibt zunehmend mehr alleinerziehende Elternteile und die Großeltern leben meist in anderen Städten. Kinder und Erwachsene verbringen oft einen großen Teil ihres Tages außerhalb der Familie. All diese Faktoren führen zu einer Verunsicherung in der Phase der Familienentwicklung. Hier sehe ich meine Arbeit. Durch meine berufliche Ausbildung als Hebamme und mein Studium zur Kindheits- und Familienpädagogin habe ich mir ein erweitertes Profil geschaffen, welches mich dazu befähigt, Familien in dieser Zeit längerfristig zu begleiten.

Wo sind sie jetzt tätig und wie kam es dazu?
Seit November 2015 bin ich als pädagogische Mitarbeiterin für die Evangelische Familienbildungsstätte Köln tätig. Schon während des Studiums habe ich Rückbildungskurse und Babymassagekurse an der Evangelischen Familienbildungsstätte ausgerichtet. Zu meinen Zuständigkeitsbereichen gehören die Koordination der Offenen Angebote, der Ausbildung zur Tagesmutter/zum Tagesvater und des „wellcome“-Projektes.  Hierbei handelt es sich um ein Projekt, bei dem jungen Familien, die nach der Geburt eines Kindes keine Unterstützung von der Familie in Anspruch nehmen können, diese von ehrenamtlichen Mitarbeitern bekommen. Diese ehrenamtlichen Helfer/-innen gehen 2-3 Mal die Woche zu der Familie und verschaffen der Mutter etwas Freiraum.

Welche Rolle spielte Ihr Studium für Ihre jetzige Tätigkeit?
Durch die Kombination meiner zwei Professionen, Hebamme und Kindheits- und Familienpädagogin, bediene ich ein breites Feld in der Begleitung von Familien. Die Stelle an der Evangelischen Familienbildungsstätte habe ich vor allem durch meine zwei Berufe bekommen. Mein Arbeitsfeld ist dadurch recht weit und für die Familienbildungsstätte genau das richtige.

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