Freier Zugang zu Forschungsergebnissen

Politik, Forschungsförderung, Bibliotheken und Wissenschaftler sollten ihre Kräfte bündeln, um Forschungsergebnisse kostenfrei öffentlich zugänglich zu machen. So das Plädoyer von Dr. Claudia Frick, Studentin im Master Bibliotheks- und Informationswissenschaft, in ihrem Vortrag "Locked up science: Tearing down paywalls in scholarly communication" beim Chaos Communication Congress.

Zurzeit seien 72 Prozent der wissenschaftlichen Publikationen durch die Paywalls der Verlage nur kostenpflichtig zugänglich. Warum das schädlich für die gesellschaftliche Entwicklung ist, erklärt sie in ihrem Vortrag am Beispiel des Klimawandels - ein Bereich, in dem neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell öffentlich zur Verfügung stehen und breit diskutiert werden müssten. Das Beispiel Klimawandel hat Frick nicht zufällig gewählt: Sie ist promovierte Meteorologin.

Etliche Initiativen arbeiten bereits daran, das System der Paywalls aufzubrechen. Eine davon, das deutsche Projekt "DEAL", stellt Frick in ihrem Vortrag vor. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland hat das Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist Open Access für wissenschaftliche Publikationen deutscher Wissenschaftler in großen akademischen Zeitschriftenverlagen, um den ungehinderten Zugang zu Forschungsergebnissen voranzutreiben. Aber auch die Wissenschaftler selbst haben die Wahl, betont Frick und zeigt praktikable und qualitätssichernde Open Access-Publikationsmöglichkeiten auf.

Claudia Frick schreibt derzeit an ihrer Masterarbeit im berufsbegleitenden Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft (MALIS) der TH Köln. In der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich arbeitet sie unter anderem als Leiterin des Fachbereichs Literaturerwerbung und des Teams für Wissenschaftliches Publizieren.

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