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Prof. Dr. Ompe Aimé Mudimu

Prof. Dr. Ompe Aimé Mudimu

Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG)

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Lennart Walter Landsberg

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Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG)

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Rettung von Verschütteten: Planübung im Forschungsprojekt SORTIE

Realitätsnahe Darstellung eines durch Erdbeben zerstörten Hauses in einer türkischen Vorstadt. (Bild: TH Köln/Thomas Säger)

Nach Gebäudeeinstürzen benötigen Einsatzkräfte schnelle und detaillierte Informationen darüber, wo Verschüttete zu finden sein könnten. Das Forschungsprojekt SORTIE entwickelt ein modulares Sensorsystem für eine Drohne, das wichtige Daten an der Einsatzstelle erheben kann. Einsatzkräfte aus der Gefahrenabwehr testeten im Rahmen einer Planübung erste Forschungsergebnisse.

Im Rahmen des Projektes SORTIE („Sensorsysteme zur Lokalisierung von verschütteten Personen in eingestürzten Gebäuden“) konnte am 17. September eine Planübung durch das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) an der TH Köln durchgeführt werden. Das Projektteam der TH Köln, welches unter Herrn Prof. Dr.-Ing. Ompe Aimé Mudimu arbeitet, ist Partner in einem internationalen Konsortium.

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Implementierung einer modularen Plattform mit unterschiedlichen Detektionstechnologien für die Suche nach Verschütteten mit einem unbemannten Luftfahrzeug.

Das IRG ist an dem Projekt durch folgende Punkte beteiligt:

  • Analyse von Einsturzereignissen und Feststellung der Endanwenderbedürfnisse und die Anforderungen an das System auf Grundlage eines realistischen und repräsentativen Szenarios
  • Erstellung von Handlungsanweisungen und Integrationsvorschlägen für die optimale Integration der neuen Technologie in bestehende Einsatzabläufe und Strukturen
  • Teilnahme an mehreren Feldversuchen, Durchführung einer Planübung und der Abschlussdemonstration zur Evaluierung des Gesamtsystems (auch in der Praxis).
     

An der Planübung am 17.09. nahmen die technischen Projektpartner des Projektes SORTIE  (der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, des Fraunhofer Instituts für Physikalische Messtechnik, der Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität der Bundeswehr München) sowie Partner des THW teil. Ebenso vor Ort waren einige assoziierte Partner und VertreterInnen von Behörden und Hilfsorganisationen mit Sicherheitsaufgaben, welche (zum Teil weltweit) in der Humanitären- und Katastrophenhilfe tätig sind (so auch Angehörige der Organisation @fire, der Berufsfeuerwehr Dortmund, des Instituts der Feuerwehr NRW und der Feuerwehr Köln).

Nach einer Begrüßung durch Herrn Prof. Dr.-Ing. Mudimu arbeiteten die nationalen Einsatzkräfte des THW, der Feuerwehren Köln und Dortmund, des Instituts der Feuerwehr NRW sowie der Organisation @fire das erste Übungsszenario an der Planübungsplatte ab. Hierbei handelte es sich um eine Lage nach einer Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus.

Nach einer Pause wurde das zweite Szenario von Einsatzkräften bearbeitet, welche bereits in internationalen Katastrophenhilfeeinsätzen eingesetzt wurden und zum Teil im Rahmen von INSARAG-Einsätzen bereits weltweit tätig waren. Bei der internationalen Einsatzlage handelte es sich um den Zustand eines eingestürzten Gebäudes nach einem Erdbeben in einer Stadt in der Nordtürkei.

Ziel der Planübung war die Überprüfung der Implementierung des SORTIE Systems in die bestehenden Einsatzabläufe, die Beobachtung des Informationsflusses und die Identifizierung von nötigen Nachbesserungen oder anderen Bedarfen an das System, die sich aus der Übung ergeben. Beide Szenarien wurden realen Einsätzen nachempfunden. Die durch das THW angefertigten Trümmermodelle orientierten sich an Original-Fotografien dieser Szenarien. Beide Lagen wurden in der Planübung durch den Einsatz des Drohnensystems SORTIE ergänzt. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, Ortungsergebnisse der Drohne im Rahmen der Übung anzufragen – entsprechendes Bildmaterial oder entsprechende Daten wurden dann im Laufe der Übung an die Einsatzkräfte zur weiteren Nutzung übergeben.

"Zu unserer Freude gelang es beiden Einsatzteams, das SORTIE-System so einzusetzen, dass alle fiktiven verschütteten Personen mithilfe der Ortungsergebnisse gefunden werden konnten." so Prof. Dr.-Ing. Ompe Aimé Mudimu.

Beiden Übungen wurde jeweils eine Feedbackrunde angeschlossen, um weitere Erkenntnisse zur optimalen Einbindung des SORTIE-Systems in den Einsatz und ggf. weitere Anforderungen an die technische Ausstattung zu dokumentieren.

Die Planübung wurde durch Studierende des Instituts als Übungsbeobachter begleitet, welche die Übung via Videostreaming im Beobachterraum verfolgen konnten. Die Beobachtungsergebnisse werden ausgewertet und von dem Projektkonsortium entsprechend in weitere Anforderungen und Anpassungen eingebunden.

Oktober 2021

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