Paralympics-Sieger David Behre

Unter dem Titel "Von Rio nach Köln – über die Motivation, Hürden im Leben zu meistern" hat Paralympics-Sieger David Behre auf dem Campus Südstadt der TH Köln über seinen Weg zu den paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro erzählt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Nadine Sohn, Beauftragte für Studierende mit Beeinträchtigung der Hochschule.

Behres Karriere als Profisportler begann mit einem Unfall. An einem Bahnübergang wurde der damals 20-Jährige von einem Zug erfasst und verlor beide Unterschenkel. Noch im Krankenhaus sah er eine Dokumentation über den inzwischen gefallenen Paralympics-Star Oscar Pistorius. "Man muss sich nach so einem Schicksalsschlag kleine Ziele setzen. Meines war nicht, die Goldmedaille zu gewinnen. Sondern erst einmal, mit Sprint-Prothesen zu laufen", sagt Behre.

Ich habe immer versucht, die von anderen auferlegten Grenzen zu überwinden

In der gut besetzten Aula erzählte der Wahl-Leverkusener von seinen zahlreichen Operationen, der schwierigen Reha und vom Gefühl, zum ersten Mal wieder schnell zu laufen. Auf die ersten Erfolge als paralympischer Sportler folgte ein schwerer Rückschlag: Eine Verletzung und Infektion, die das Ende des Leistungssports hätte bedeuten können. "Damals wurde mir gesagt, dass ich nie wieder sprinten werde. Aber ich habe immer versucht, die von anderen auferlegten Grenzen zu überwinden."

Seinen größten Erfolg feierte der 30-Jährige bei den Paralympics 2016 mit seinem persönlichen "Trio de Janeiro": Gold mit der 4x100 Meter-Staffel, Silber über 400 Meter und Bronze über 200 Meter. Sowohl seine Spezial-Prothesen als auch seine Gold-Medaille ließ Behre durchs Publikum geben. Letztere mit einem Augenzwinkern: "Ich vertraue Ihnen. Aber wenn ich einen zur Tür laufen sehe - glauben Sie mir, ich bin schnell."

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