Neuberufen 2017: Prof. Dr. Nicolas Pyschny

Prof. Dr. Nicolas Pyschny (Bild: Nicolas Pyschny)

Fakultät für Informatik und Ingenieurwesen Lehr-/Forschungsgebiet: Produktentstehung und Konstruktion


Studium Maschinenbau sowie Zusatzstudium Wirtschaftswissenschaften an der RWTH Aachen
Promotion „Auslegung und Optimierung von festkörpergelenkbasierten Parallelkinematiken für die Montage von optischen Komponenten“ an der RWTH Aachen

Berufliche Stationen (u. a.)

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Ultrapräzisionstechnik am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, Aachen
  • Gruppenleiter Präzisionsmontage und Automatisierungstechnik am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, Aachen
  • Projektleiter, später Gruppenleiter für die Entwicklung von Produktionsanlagen bei der Laserline GmbH, Mülheim-Kärlich

Als Student habe ich erst relativ spät realisiert, dass das Studium viel mehr zu bieten hat als Vorlesungen und Prüfungen. Dann habe ich die Möglichkeiten allerdings sehr genossen, über Praktika, wissenschaftliche Arbeiten bei Unternehmen oder Auslandsaufenthalte vielfältige Eindrücke zu sammeln, und kann das jedem Studierenden auch nur empfehlen.

Meiner Familie erkläre ich Parallelkinematik so: Für meine Kinder ist es nur „Papas kleiner Roboter“. Meine Frau hat sich während meiner Promotion allerdings sehr ausführliche und weitreichende Erklärungen anhören müssen. Die anschaulichste Erklärung mache ich pantomimisch. Dafür können Interessierte gerne mal in meiner Sprechstunde vorbei kommen.

An der Konstruktionslehre fasziniert mich (mittlerweile) die Gestaltung von Entwicklungsprozessen mit agilen Methoden, die durchgängige Nutzung von Entwicklungsdaten im Produktlebenszyklus und der Einsatz von additiven Fertigungsverfahren.

Die Zukunft der Automatisierung hat schon begonnen und wird durch moderne IuK-Technologien getrieben. Die Vernetzung und durchgängige Auswertung und Nutzung von Daten aus dem Produktentstehungsprozess ermöglicht vielfältige Effizienzgewinne und neue Geschäftsmodelle. Schon jetzt werden anspruchsvolle Planungs- und Optimierungsaufgaben durch Software unterstützt oder komplett übernommen. Für Ingenieure und Informatiker ist das ein hochinteressantes Arbeitsfeld, das weiter stark an Bedeutung gewinnen wird. Durch die zunehmende Ersetzung menschlicher Arbeit ergeben sich allerdings auch gesellschaftspolitische Fragen, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Zurück an die Hochschule bin ich, weil ich mich sehr darauf freue, die Lehre in der Produktentwicklung modern und kompetenzorientiert zu gestalten, ein kleines Team für Forschungsprojekte aufzubauen und gemeinsam mit den Unternehmen aus der Region aktuelle Fragestellungen zu bearbeiten. Außerdem freut sich meine Familie, dass ich meine Arbeit zeitlich und örtlich viel freier als früher gestalten kann.

Das würde ich gerne herausfinden: Wie warm ist das Wasser auf den Malediven?

Da ich momentan mit dem Auto zum Campus pendele, lasse ich mir bei der Fahrt gerne vorlesen. Die letzten Hörbücher waren Silicon Valley von Christoph Keese sowie die Biografie von Elon Musk zur Inspiration und Selfies von Jussi Adler Olsen zur Ablenkung.

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