Konzept für eine repräsentative Stichprobe zur Verbreitung von Corona

Wie viele Menschen in Deutschland sind bereits an Covid-19 erkrankt und haben Antikörper entwickelt? Bisherige Studien zu dieser Frage basieren auf kleinen oder verzerrten Stichproben, entsprechend unzuverlässig sind die Schätzungen. Eine Forschungsgruppe hat jetzt ein bevölkerungsrepräsentatives Studiendesign entwickelt.

Mitglieder der Gruppe sind die Wirtschafts- und Sozialforscher Prof. Dr. Rainer Schnell (Universität Duisburg-Essen), Menno Smid (Infas Institut für Sozialforschung), Prof. Horst Müller-Peters (TH Köln) und Anke Müller-Peters (marktforschung.de).

"Mit dem von uns entwickelten Design könnten Aussagen zur Zahl der Infizierten, zum Anteil asymptomatischer Fälle und die Sterblichkeit für die ganze Bundesrepublik getroffen werden. Unsere Überlegungen basieren auf einer deutschlandweit echten Zufallsstichprobe aus Einwohnermelderegistern und berücksichtigen auch Alten- und Pflegeheime", sagt Müller-Peters.

Der Vorschlag der Forschergruppe sieht eine Zufallsstichprobe über die Einwohnermeldeämter vor. Darüber sollen in 300 Gemeinden in ganz Deutschland je 100 Personen zufällig ausgewählt und bei ihrem Hausarzt eine Blutprobe abgeben und einen Fragebogen ausfüllen. Zudem sollen in 320 Alten- und Pflegeheime je 10 Bewohnerinnen und Bewohner getestet werden.

29.5.2020

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