"Kein Tag ist wie der andere" – Unternehmen Lösungen für digitales Marketing liefern

Dozentin Sabrina Nicodem (Bild: Sabrina Nicodem)

Als "Senior Consultant Digital Strategy" berät sie Unternehmen zu Herausforderungen ihrer digitalen Werbekampagnen. Sabrina Nicodem ist in der Weiterbildung "Online Kampagnen Manager*in" (u. a.) unsere Spezialistin für die Module "Online-Marketing-Ziele" und "Werbenetzwerke". Sie kennt die Qualitäten einer ausgezeichneten "Customer Journey". Wir sprechen mit ihr darüber.

Liebe Frau Nicodem. Stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Wer sind Sie?

Mein Name ist Sabrina Nicodem, ich bin 31 Jahre jung und lebe in meiner Lieblingsstadt Köln. Ich bin Filmfreundin, Italien-Fan, Bücherwurm und Kaffeeliebhaberin. Ich liebe es zu lernen, lege Wert auf einen faires, ehrliches Miteinander und dass man "zesamme laache" kann.  
 
Seit 2010 arbeite ich im Marketing. Angefangen habe ich in einer Full-Service-Werbeagentur, in der Kundenberatung und im Projektmanagement. Hier konnte ich bereits erste Online-Marketing-Erfahrungen sammeln (Website Relaunches, Google Ads Kampagnen, Social-Media-Beratung). Seit 2015 bin ich Teil der Kölner Online-Marketing-Agentur morefire. Gestartet bin ich im Bereich Paid Media und durfte diverse Kampagnen für die unterschiedlichsten Kunden betreuen. Und seit letztem Jahr bin ich Teil des Strategie-Teams und darf mich Senior Consultant Digital Strategy nennen.

Wie sieht denn so Ihr Arbeitsalltag als „Senior Consultants Digital Strategy“ in der Agentur aus?

Tatsächlich ist kein Tag wie der andere, was ich sehr schätze. Da die Abteilung neu gegründet wurde, bin ich auch mit der Produktentwicklung beschäftigt. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen entwerfe ich Workshop-Formate, neue Analysemöglichkeiten und Beratungsansätze.

Manchmal muss ich auch früher ansetzen und erstmal mit dem Kunden erarbeiten, wer denn genau die Zielgruppe und was das Nutzenversprechen des Unternehmens ist.

Das Kerngeschäft ist die ganzheitliche Digital-Marketing-Beratung. Vereinfacht gesagt liefere ich Unternehmen Lösungsvorschläge für ihre Problemstellungen: "Wie können wir unsere Unternehmensziele mithilfe von Online-Marketing erreichen? Welche Online-Marketing-Kanäle sollten wir einsetzen und welche Ressourcen benötigen wir dafür? Wie ist eigentlich unser Digital Status Quo und was macht unser Wettbewerb? Was können wir tun, um unsere Prozesse effizienter zu gestalten?" Manchmal muss ich auch früher ansetzen und erstmal mit dem Kunden erarbeiten wer denn genau die Zielgruppe und was das Nutzenversprechen des Unternehmens ist.

Sie unterrichten in der Weiterbildung unter anderem das Modul „Customer Journey“. Was zeichnet denn im Kern eine hervorragende Customer Journey aus?

Eine hervorragende Customer Journey begleitet den Nutzer in jeder Phase (von der ersten Aufmerksamkeitsphase über die Kaufentscheidung bis hin zu Kundenbindung) mit wertvollen und nützlichen Inhalten. Dafür muss man natürlich seine Zielgruppe sehr gut kennen: Welche Probleme und Bedürfnisse hat sie und wie können wir diese als Unternehmen lösen und befriedigen? Aber man muss auch wissen, was der Wettbewerber bietet - was wird mittlerweile als Standard erwartet und womit können wir zusätzlich begeistern?
Wichtig ist, die Customer Journey immer aus Nutzerperspektive zu betrachten und nicht aus Unternehmenssicht, um Menschen zu überzeugen, zu begeistern und langfristig zu binden. Das scheint selbstverständlich, aber man stößt doch öfters auf Inhalte, die rein aus Unternehmensperspektive erstellt wurden.

Welche aktuelle Customer Journey hat Sie denn selbst zuletzt „eingefangen“?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass oft junge Unternehmen eine sehr gute Customer Journey Experience bieten, da die Gründer*innen selber noch nah an den Kundinnen und Kunden dran sind und sich intensiv mit den Bedürfnissen der  Zielgruppe auseinandergesetzt haben.
Das zeigt sich an guten Inhalten, die auf mein Bedürfnis oder Problem ausgerichtet sind (statt nur zu sagen wie toll doch das Produkt sei) und mich vom ersten Kontakt bis zur Kundenbindung über verschiedene Medien hinweg optimal begleiten. Dazu zählt auch eine benutzerfreundliche Website, auf der sich alle wichtigen Informationen schnell finden lassen und die dann auch zum Abschluss führt sowie ein exzellenter Kundenservice, der auf meine Fragen eingeht und auf Bewertungen im Netz reagiert.
 
Zuletzt “eingefangen” hat mich zum Beispiel das Berliner Beauty-Unternehmen gitti. Für mich stimmt hier neben den Produkten (innovative und nachhaltige Nagellacke und -pflege), die Botschaft (Schönheit bewusst und nachhaltig gestalten) und die Social-Media-Strategie (Kampagnen, Bildwelt, Interaktion mit der Community). Sie sind auch ein gutes Beispiel, dass wir als Konsument gerne das “Warum” eines Unternehmens kaufen (“wir revolutionieren die Beauty Industrie und stehen für Diversität und Nachhaltigkeit”), statt nur das “Was” (Nagellack, den ich günstiger im Drogeriemarkt erhalte).   

Die sorgfältige Planung von Kampagnen ist das A und O.

Was möchten Sie den Teilnehmer*innen der Weiterbildung „Online Kampagnen Manager*in“ in Ihrem Unterricht unbedingt mitgeben?

Dass die sorgfältige Planung von Kampagnen das A und O ist, um Budget nicht unnötig zu verbrennen. Dazu zählen unter anderem die richtige Zielsetzung, ein klares Verständnis über die Zielgruppe, die Customer Journey und die Auswahl der idealen Kanäle.

Welchen Ratschlag würden Sie (aus heutiger Sicht) Ihrem „jüngeren Ich“ zum Start ins „Onlinemarketing-Geschäft“ geben?

Akzeptiere, dass Du viel lieber Online-Marketing-Generalist*in statt Spezialist*in für einen Teilbereich bist. Online-Marketing ist so dynamisch und es entwickeln sich ständig neue Fachbereiche. Bleibe am Ball und schnupper in möglichst viele Bereiche rein – so findest Du schneller die Themen für die Du wirklich brennst.

Herzlichen Dank an Sabrina Nicodem.

Juli 2021

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