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Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene (KJFE)
Campus Südstadt
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Prof. Dr. Marc Schulz

Angewandte Sozialwissenschaften
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Herausgeber*innenband "Pädagogisierungen des Essens"

Der neu erschienene Band „Pädagogisierungen des Essens. Kinderernährung in Institutionen der Bildung und Erziehung, Familien und Medien“, herausgegeben von Marc Schulz, Friederike Schmidt und Lotte Rose, erweitert die wissenschaftliche Debatte um das Essen von Kindern und dessen Pädagogisierung um erziehungs-, sozial- und kulturwissenschaftliche sowie kindheitstheoretische Perspektiven.

Hier zu sehen ist das Cover "Pädagogisierungen des Essens". Zu sehen ist lediglich der Titel der Publikation sowie die Namen der Herausgeber:innen auf weiß-rotem Untergrund. Cover "Pädagogisierungen des Essens" (Bild: Beltz Juventa)

Am Themenkomplex der Ernährung entzünden sich nicht nur große gesellschaftliche – gesundheitspolitische, soziale, ökologische und ethische – Konflikte, in denen Zukunftsängste und -fragen verhandelt werden, sondern daran anschließend werden auch gesellschaftliche ‚Rettungsphantasien‘ entworfen. Diese basieren mehrheitlich auf Risiko- und Optimierungsdiskursen zu Ernährung und Essen und argumentieren pädagogisierend, da es folgerichtig Aufklärungs-, Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen bedarf, um die Bevölkerung zu einem zukunftsfähigen, ‚richtigen‘ Essen zu bewegen, das sie aus sich heraus nicht praktiziert. Dieser Dramatisierungen des Essensverhaltens und Pädagogisierungen der Ernährungssubjekte selbst steht aber kaum selbst zur Debatte, geschweige in der Kritik. An dieser Leerstelle setzt der Band an. 

Der Band setzt vier thematische Schwerpunkte: Der erste, „Die familiale Nahrungssorge um das Kind“, versammelte Beiträge, die den Fokus auf die Familie als primäre Sozialisationsinstanz der frühen Kindheit und die Eltern als die in dieser Lebensspanne vorherrschenden Nährenden und Sozialisierenden der Kinder richten. Der zweite  Schwerpunkt, „Praktiken des Essens in öffentlichen Kindheitsinstitutionen“, liegt in der empirischen Analyse von Kinder als Akteur_innen der öffentlich-institutioneller Mahlzeiten, und zwar in Kindertageseinrichtungen, Schulen,  außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote und der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Dem ‚Sprechen über‘ die Ernährung widmet sich der dritte Schwerpunkt „Diskurse der Ernährungserziehung“ und die Beiträge untersuchen dabei unterschiedliche soziale – alltagskulturelle, institutionelle und wissenschaftliche – Kontexte. Der Band schließt thematisch mit einem Theorieentwurf einer „Erziehungswissenschaftliche Essensforschung“.

Der Band versammelt Beiträge der vom Forschungsnetzwerk essenspaed initiierten Tagung „Das Essen der Kinder. Zwischen Pädagogisierung, Konsum und Kinderkultur“, die an der Universität Bielefeld u.a. in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt „Bildungsräume in Kindheit und Familie“ der TH Köln stattfand. Auch Studierende unseres B.A Studiengangs ‚Pädagogik der frühen Kindheit und Familienbildung‘ sind mit einem ethnografischen Beitrag zu Handlungsspielräumen innerhalb von Essenssituationen im Kinderheim beteiligt.


Schulz, Marc/Schmidt, Friederike & Rose, Lotte (Hrsg.) (2021): Pädagogisierungen des Essens. Kinderernährung in Institutionen der Bildung und Erziehung, Familien und Medien. Beltz Juventa, 286 Seiten.

Nähere Informationen: Link zur Verlagsseite http://https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/42838-das_essen_der_kinder.html

Januar 2021

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