Henning Werker – Der Wasserbändiger von Köln

Köln gehört zu den am stärksten durch ein Hochwasser bedrohten Metropolen in Deutschland. Viel Verantwortung bedeutet das für Henning Werker, den Leiter der Hauptabteilung „Planung und Bau“ der Stadtentwässerungsbetriebe und Leiter der Hochwasserschutzzentrale in Köln.

Doch die Verantwortung bedrückt den Alumnus des damaligen Fachbereichs Bauingenieurwesen nicht – Henning Werker ist ein fröhlicher Mensch, und die Arbeit macht ihm sichtlich Freude. Seinen beruflichen Werdegang begann Henning Werker nach der Fachoberschulreife mit einem Studium des Konstruktiven Ingenieurbaus an der Fachhochschule Köln. Schon kurz vor dem Abschluss gründete er ein kleines Statikbüro. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein: Mit dem Ziel, mal aus Köln rauszukommen, nahm der „kölsche Jung“ an der RWTH Aachen nochmals ein Studium auf. Damit war er zwar nicht wirklich weit weggekommen von seiner Heimatstadt, aber: „Rückblickend kann ich sagen, dass diese beiden Studien zwar hart waren, da ständiges Lernen und Klausuren in den vorlesungsfreien Zeiten kaum Freizeit ließen. Aber neben der hervorragenden Ausbildung habe ich Freunde gefunden, zu denen der Kontakt bis heute nicht abgerissen ist.“ Die Studienzeit prägt eben!

Henning Werker Henning Werker (Bild: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR)

Nach zwei Jahren in Statikbüros absolvierte Henning Werker ein Referendariat im Bereich Straßenbau beim Landschaftsverband Rheinland. Rechtzeitig vor den beiden damaligen „Jahrhundertfluten“ 1993 und 1995 wechselte er in das Kölner Amt für Stadtentwässerung, mit dem er 2001 in die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln) überging. Dort arbeitete er sich durch gute Leistungen nach oben, erweiterte stetig seine Verantwortungsbereiche und kam so letztlich über die Statik und den Straßenbau  zur Siedlungsentwässerung mit Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung. „Etwas Neues zu beginnen, ist für mich immer spannend und interessant. Ich lerne mich gerne immer wieder in neue Berufszweige ein“, sagt Henning Werker. Wenn er von seinem beruflichen Werdegang spricht, spürt man die Begeisterung über die ständige Weiterentwicklung in fachlicher, aber auch in persönlicher Hinsicht.

Seit 2004 leitet Henning Werker die Hauptabteilung Planung und Bau der StEB Köln und damit die Abteilungen für Wasserwirtschaftliche Grundlagen, für Kanalbau und für Kanalsanierung sowie die Kölner Hochwasserschutzzentrale. Neben den Planungen und baulichen Umsetzungen in den Kölner Kanalnetzen nimmt die Vorsorge gegen Wassergefahren einen zunehmend größer werdenden Raum in seiner Arbeit ein. Außer dem Rhein-Hochwasser sind auch Starkregenereignisse, das Grundhochwasser, das regenbedingten Sickerwasser und zukünftig die Trockenwettervorsorge einschließlich Unterstützung bei der Hitzeprävention sein Thema. „Wasser ist schließlich ein ganz wesentliches Lebenselement, um wirksam den Folgen der anstehenden Klimaveränderungen zu begegnen“, so Henning Werker. Darüber hinaus engagiert er sich in diversen regelwerkssetzenden Gremien, Beiräten, Verbänden und andern Institutionen.

Der TH Köln ist Henning Werker heute noch sehr eng verbunden. So betreuen er und seine Mitarbeiter Bachelor- und Masterarbeiten, und halten Führungen und Vorträge in den verschiedenen Fachgebieten der TH Köln. Auch betreut er seit Jahren herausragende Studierende aus der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik im Rahmen des von den StEB Köln geförderten Deutschlandstipendiums und ist Mentor für junge Akademiker. „Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich in meiner Heimatstadt für Köln arbeiten kann“, sagt Henning Werker. Und das tut er in vielerlei Hinsicht.

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