Bibliothek wird zur Lernlounge

Die Campusbibliothek Gummersbach zieht um. Am neuen Standort wird ein komplett neues Konzept umgesetzt: Lesen und Lernen in Lounge-Atmosphäre. Studierende können sich auf Lernnischen, Carrels, Kreativräume und ein Lesecafé freuen. Die außergewöhnliche Gestaltung erfolgt durch das Innenarchitekturbüro „raumkontor“ aus Düsseldorf.

Seit Ende 2018 werden die Entwürfe der Architekten diskutiert und weiterentwickelt. „Wir waren von Anfang an von dem Konzept begeistert und konnten auch unsere eigenen Ideen und Bedürfnisse einbringen“, berichtet Ingeborg Rose vom Team Benutzungs- und Informationsservice. „Wir haben unsere Studierenden, vor allem unsere "Stammgäste", gefragt, was sie benötigen. Daraus sind etwa die Carrels entstanden“.

Neben Carrels – abschließbare Lesekabinen, in denen man ungestört arbeiten kann und die auch für einen längeren Zeitraum mietbar sind –  gibt es viele durchdachte Raumnutzungen und Features. Da Arbeiten nicht „statisch Sitzen“ bedeutet, gehören Hochtische, Hocker, höhenverstellbare Tische, rollbare Stühle und Sessel mit ausklappbaren Tabletts zur Ausstattung. Kreativräume für Kleingruppen verfügen über digitale Whiteboards. In den Schließfächern können Handy und Tablet aufgeladen werden. Es gibt kleinere und größere Lernmäander, das sind Nischen in der Wand mit fest eingebauten gepolsterten Bänken. Und schließlich bietet das Lesecafé einen Raum für Treffen und Kommunikation. „Dazu kommen schicke Lampen und Sessel – insgesamt ergibt sich ein Lounge-Charakter – das ist etwas völlig Neues“, so Ingeborg Rose. "Aber natürlich stehen auch Bereiche mit Lesesaalruhe zur Verfügung." 

Außergewöhnlich ist auch das Farbkonzept, das sich an den Farbkreis von Goethe anlehnt. Während der „innere Kern“ der Bibliothek mit den Regalen und Servicecountern in Anthrazit gehalten ist, so sind die äußeren Räume in sechs Farben gestaltet und ziehen sich wie ein Ring um den Kern - von Grün und Blau über Violett, Rot und Orange bis Gelb. Dabei sind sowohl die Wandfarbe als auch der Teppichboden in der jeweiligen Farbe gehalten. Wer um das Gebäude herumgeht, kann den Farbverlauf im vollverglasten Erdgeschoss sehen und erleben.

Warum eine neue Bibliothek?
Bislang teilen sich die Mensa und die Bibliothek ein gemeinsames Gebäude: Essen gibt es im Erdgeschoss, Bücher im ersten Stock. Doch schon seit langem platzt die Mensa aus allen Nähten. Ein Pavillon vor dem Gebäude mit weiteren Sitzplätzen dient bereits als Übergangslösung. So stellte sich die Frage: Mensa oder Bibliothek – wer muss weichen? Wegen der vielen Anschlüsse und Leitungen, die die Mensa benötigt, entschied man sich für den Auszug der Bibliothek. So kann sich die Mensa im ersten Stock ausbreiten und die Bibliothek bekommt ein neues Zuhause: Steinmüllerallee 4. Die TH Köln mietet in dem Neubau des Gummersbacher IT-Dienstleisters Ferchau das Erdgeschoss für die Bibliothek und den ersten Stock für die Fakultät für zwanzig Jahre an. Da Ferchau schon bei anderen Gebäuden mit "raumkontor" zusammengearbeitet hat, sollte auch die Hochschulbibliothek von den Düsseldorfer Innenarchitekten gestaltet werden.

29.7.2020

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