Erste Online-Promotionsprüfung an der Universität Leiden – TH-Mitarbeiterin erhielt den Doktortitel

Samineh Bagheri, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Gummersbach der TH Köln, promovierte an niederländischer Partnerhochschule

Wieder gab es eine internationale Anerkennung für das Ausnahmetalent Samineh Bagheri: Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Campus Gummersbach der TH Köln erhielt für ihre Doktorarbeit höchstes Lob. Prof. Thomas Bäck, ihr Betreuer an der Universität Leiden, bezeichnete sie nach dem Kolloquium als eine herausragende Forscherin, die ihn und alle anderen wissenschaftlichen Kollegen durch ihre Kreativität und ihre große wissenschaftliche Leistung beeindrucke. Das zeige auch die Zahl von 11 angenommen Veröffentlichungen auf renommierten Konferenzen und in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Während der  4,5-jährigen Promotionszeit erhielt die 30jährige Iranierin drei Best Paper oder Young Author Awards auf internationalen Konferenzen, 2015 außerdem den DAAD-Preis der TH Köln für ihr wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement und den Erzquell-Förderpreis für ihre Masterarbeit.


Komplexe Rechenverfahren

Wegen der Corona-Epidemie konnte die Prüfung nicht in der international renommierten Universität selbst stattfinden, sondern musste vollständig online ablaufen – eine Premiere für die älteste Hochschule der Niederlande. Die Doktorandin saß in einem leeren Raum der TH Köln, die neun Mitglieder des Prüfungsausschusses aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland waren auf Bildschirmen zugeschaltet. Geleitet wurde die Online-Konferenz vom Uni-Rektor Prof. Douwe Breimer.   

Bei Bagheris Arbeit geht es um Black-Box-Optimierungsprobleme, also komplexe Computersimulationen. Solche Simulationen brauchen unter anderem die Automobilhersteller oder Konstrukteure von Flugzeugen: Sie möchten das Gewicht ihrer Transportmittel möglichst stark reduzieren, um attraktive Verbrauchswerte zu erzielen. Gleichzeitig müssen die Konstruktionen aber alle Sicherheits-Randbedingungen in Belastungs- oder Crashtest-Simulationen erfüllen. Solche Simulationen sind so komplex, dass auch Hochleistungscomputer dafür Tage oder Wochen rechnen müssen. Um Zeit und Geld zu sparen, setzt man sogenannte Surrogatmodelle ein und optimiert dann diese Ersatzmodelle. Nur gelegentlich rechnet man für einen neues, aussichtsreiches Projekt das volle Simulationsmodell.

Wechsel ins Innovation Hub

Am Campus Gummersbach war Prof. Dr. Wolfgang Konen Betreuer der Arbeit, für sein Lehr- und Forschungsgebiet „Computational Intelligence“ war Bagheri auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einer Teilzeitstelle tätig. Prof. Konen, Leiter der Forschungsstelle CIOP am Campus Gummersbach, bedauert sehr, dass die Stelle seiner Mitarbeiterin nach ihrer Promotion ausläuft. Sie bleibt aber in unmittelbarer Nähe zur Hochschule: ab  Juni 2020 wird sie im Innovation Hub auf dem Steinmüller-Gelände Mitglied im Team von Prof. Dr. Denis Anders.

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