Wirtschaftsinformatik: Spielerisch komplexe Produktionsbedingungen kennen gelernt

Ford-Werke in Köln 1 (Bild: TH Köln)

Am 25. November 2019 besuchten 16 Studierende des Verbundstudiengangs Wirtschaftsinformatik im Rahmen der Vorlesung Betriebswirtschaft die Ford-Werke in Köln. Die Exkursion wurde initiiert und organisiert von Prof. Dr. Hermann Siebdrat vom Institut für Distance Learning & Further Education der TH Köln.

Der Einführungsvortrag machte deutlich, dass die deutsche Automobilbranche aktuell vor großen Veränderungen steht, u.a. neue Antriebskonzepte mit Veränderungen der Fertigungstiefe und Supply Chains, veränderte Vertriebswege (z.B. Direktvertrieb via Internet und Shared Economy) sowie die Entwicklung komplexer Mobilitätskonzepte.

Um flexibel und schnell auf diese Herausforderungen reagieren zu können, setzen Unternehmen wie Ford Deutschland vermehrt auf "agile", teamorientierte Methoden im Projekt- und Produktmanagement. Um die Grundideen und Konzepte auf spielerische und intuitive Weise zu erlernen, wurde bei Ford in Köln kürzlich ein interaktives "Agile Game" im Rahmen der Software-Entwicklung entwickelt, das die Studierenden in Kleingruppen anschließend ausprobieren konnten. Dabei mussten die Teams sowohl sorgfältig planen als auch schnelle Entscheidungen unter Unsicherheit und bei ständig auftretenden Störgrößen fällen.

Insgesamt konstatierten die Teilnehmer*innen, dass dies ein innovativer und zielführender Ansatz ist, um die komplexen Zusammenhänge in einem produzierenden Unternehmen kennenzulernen, einschließlich der angeschlossenen Vertriebsorganisation für die Kunden einerseits und den unterstützenden IT-Anwendungssystemen andererseits.

Im Anschluss gab es noch eine ausführliche Werksführung, Schwerpunkt war die Herstellung des Ford Fiesta vom Presswerk und Rohbau über Montagetätigkeiten bis zur Endmontage und Qualitätskontrolle. Besonders interessant dabei war das Zusammenspiel zwischen traditionellen Fertigungsprozessen, Automation durch verschiedene Industrieroboter und neuen IoT- (Internet of Things) und Industrie 4.0-Konzepten.

Für die Besucher wurde klar, dass für informatikorientierte Absolventinnen und Absolventen trotz der genannten Herausforderungen in der Automobilbranche auch zukünftig sehr gute berufliche Perspektiven bestehen.

M
M