Vom Hörsaal auf den Chefsessel

gründerabend-campus-gummbersbach (Bild: Peter Krempin / TH Köln )

10.12.2018 - Mit rund 50 Gästen gut besucht war der erste Gründerabend am Campus Gummersbach der TH Köln. Fünf Referenten, darunter Studenten, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter der TH, stellten ihre Unternehmensgeschichte vor.

Tim Schneider war 2008 noch Student der Medieninformatik, als er mit Studienkollegen das Unternehmen „Railslove“ gründete. Heute hat die GmbH mit Sitz in Köln 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hauptsächlich Webanwendungen entwickeln. „Ich hatte keine Ahnung von Mitarbeiterführung und musste mir dieses Wissen erst erarbeiten“, berichtete der 33-Jährige aus seinen Erfahrungen.
Keine Bauchentscheidung, sondern akribische Planung war es bei Alper Düzgen, der seinen Vortrag wie ein Gründerseminar gestaltete. Der heutige Diplom-Ingenieur hatte erst mal nur einen Hauptschulabschluss, qualifizierte sich aber immer weiter bis zum Hochschulstudium. Schon vor seinem TH-Abschluss gründete er die Firma „one.bath“ für individuell angefertigte Badezimmermöbel. Inzwischen ist er auch in der Immobilienbranche tätig, beschäftigt in Gummersbach 16 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 3,2 Mio. Euro.  
Gleich mehrere Geschäftsideen setzte Mirco Lotz-Blumberg während seines Studiums der Elektrotechnik um: ein Online-Shop für asiatische Lebensmittel war genauso dabei wie die Montage von Satellitenanlagen oder der Verkauf von Hundeshütten. Inzwischen ist Lotz-Blumberg Mitarbeiter der TH und entwickelt im Projekt „Climée“ intelligente Heizungssteuerungen.

Neben dem Studium schon Unternehmer

Zwei Jung-Unternehmer machten sich schon im Studium selbständig: Christoph Höller studiert noch Wirtschaftsinformatik an der TH. Er entwickelte eine Lernplattform für Auszubildende und bekam für seine Geschäftsidee das einjährige NRW-Gründerstipendium. Christian Franke, angehender Medieninformatiker, stellte seinen innovativen Ticketshop „ticket.io“ vor. Sein Unternehmen in Köln-Ehrenfeld beschäftigt heute 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.   

Die Organisatorin des Abends, Prof. Dr. Monika Engelen vom „Institute for Business Administration and Leadership“, formulierte den großen Bedarf für solche Veranstaltungen:  „Rund 40 Prozent meiner Studenten fragen mich nach Möglichkeiten einer Unternehmensgründung“, so Prof. Engelen. Sie denkt an einer Wiederholung des Gründerabends im nächsten Semester und verwies auf die zahlreichen Informationsmöglichkeiten für Gründungswillige. Nicht nur an der TH Köln, auch im Gummersbacher Gründer- und Technologiecentrum (GTC) werden regelmäßige Seminare und individuelle Beratungen angeboten. 

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