Vielseitig und engagiert: TH Köln verabschiedet Prof. Dr. Hartmut Bärwolff in den Ruhestand

Er hat weit mehr als 200 Abschlussarbeiten betreut und war an 5 Doktorarbeiten beteiligt, ist Inhaber von 4 Patenten, und hat deutlich mehr als 1 Million Euro Forschungsmittel für die Hochschule eingeworben: die Bilanz, die Prof. Dr. Hartmut Bärwolff nach 25 Jahren am Campus Gummersbach der TH Köln vorlegen kann, ist beeindruckend.

Dazu kommen noch viele weitere Aktivitäten in  Entwicklungsbereichen wie Teilchenphysik (CERN und DESY), Beleuchtung, Medizin, Transponder-oder Nanotechnologie, die meist auch in Veranstaltungen präsentiert wurden, z.B. im Bonner Wissenschaftssommer, auf IHK-Foren oder TH-Tagungen.

Nach zwei Verlängerungen seines Vertrages ist es nun unwiderruflich soweit, der engagierte Physiker geht mit 67 Jahren in den Ruhestand. Rund 50 Gäste, Mitglieder der Hochschule, ehemalige Mitarbeiter und Industriepartner kamen zur offizielle Verabschiedung.

Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin für Lehre und Studium der TH Köln, zeigte hohe Anerkennung für die Leistungen des vielseitigen Wissenschaftlers. Er habe, betonte sie, nicht nur Generationen von Studierenden den Zugang zur Wissenschaft eröffnet, sondern auch das Elektronik- Institut und die ganze Hochschule entscheidend geformt.

Prof. Bärwolff freute sich über zahlreiche Geschenke
Prof. Bärwolff freute sich über zahlreiche Geschenke (Bild: Andreas Wagen / TH Köln)
​Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp sah die Motivation von Prof. Bärwolff darin, dass er die Welt ein bisschen besser machen wollte. Seine Projekte brachten nicht nur lokal Verbesserungen, sondern auch international: Mit Rahmen eines Forschungsprojekts für Bangladesch wurde dort die erste Solaranlage zur Versorgung eines Hospitals errichtet, Prof. Bärwolff und sein Labormitarbeiter standen selbst auf dem Dach des Krankenhauses und installierten die Technik. In der Bergischen Region entwickelte er mit seinem Team unter anderem eine autarke Beleuchtung für Bushaltestellen in Reichshof, die teilweise weit ab von Stromleitungen liegen.

Auch Prof. Dr. Jürgen Weber, Leiter des Instituts für Elektrotechnik, dankte seinem Kollegen für sein herausragendes Engagement als Leiter des Labors für Optoelektronik. Viele seiner Absolventen säßen auf Führungspositionen in der Industrie, hob er hervor. Er habe, lobte Weber, auch dafür gesorgt, dass jüngere Kollegen sein Knowhow übernehmen und die zahlreichen Industriekontakte weiter pflegen können.

Am Anfang seiner Zeit in Gummersbach habe er nicht damit gerechnet, meinte Prof. Bärwolff als Fazit, dass er am Ende 25 Jahre an der Hochschule bleiben würde. „Es muss mir wohl gefallen haben.“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Besonders hob er die ausgezeichnete  Zusammenarbeit mit seinem Mitarbeiter Andreas Wagen hervor, der ihm über viele Jahre eine ganz wichtige Stütze war. Seinen „Ruhestand“ hat der agile und äußerst sportliche Pensionär schon geplant: er will mit seiner Frau in sein Haus in Berlin umziehen, seine Buchprojekte vollenden und mit seinem langjährigen Kooperationspartner Prof. Dr.  Golam Abu Zakaria Projekte für Bangladesch durchführen. Aber er wird sich auch um seine beiden Enkel kümmern können, die dann ganz in seiner Nähe wohnen.

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