Vielfalt trifft Wissenschaft: Das SHK-Programm „Working@TH Köln“ im Rückblick
54 Studierende, 53 Professor*innen, neun verschiedene Fakultäten und eine externe Hochschule – fast vier Jahre lang matchte das Programm „Working@TH Köln“ studentische Hilfskräfte (SHK) mit Betreuer*innen, um erste Einblicke in eine wissenschaftliche Karriere zu ermöglichen. Jetzt markierten die Beteiligten den Abschluss des Programms mit einem feierlichen Rückblick.
Die Anzahl hauptberuflicher Professor*innen in Deutschland ist seit 2016 um 11 Prozent gestiegen. Klingt erst mal nicht nach Nachwuchsproblem. Aber: Allein die TH Köln muss aufgrund des demografischen Wandels bis 2030 mindestens 136 Professuren neu besetzen, und das möglichst mit hervorragenden Kandidat*innen. Was aber, wenn potenziell passende Bewerber*innen gar nicht erst den Weg zur Professur antreten? So waren 2022 beispielsweise 52 Prozent der Studienanfänger*innen weiblich, während nur 28 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt waren. Hier setzte „Working@TH Köln“ an. Fast vier Jahre lang matchte das Team unter der Koordination von Karin Oberzier vom Career Service der TH Köln Studierende und Professor*innen und sorgte so dafür, dass sich die Vielfalt der Studierendenschaft in Deutschland auch im ersten Karriereschritt in den Wissenschaftsbetrieb, den SHK-Stellen, fortsetzt.
Wie entscheidend dieser erste Schritt ist, weiß auch Prof. Dr. Axel Faßbender, Vizepräsident für Lehre und Studium der TH Köln, der das Publikum der Abschlussveranstaltung begrüßte. Er selbst startete seinen Berufsweg als SHK – und das mehr zufällig als geplant. Für Erstakademiker wie ihn könne dieser Mangel an Planbarkeit eine unüberwindbare Hürde sein. Deshalb sei ein Programm wie „Working@TH Köln“, das den Zugang in den Wissenschaftsbetrieb institutionalisiert, so entscheidend.
Bildergalerie
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Karin Oberzier vom Career Service der TH Köln organisierte und moderierte die Abschlussveranstaltung. (Bild: Michael Bause / TH Köln)
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Dr. Ann-Kristin Kolwes, Projektkoordinatorin Erste Generation Promotion Mentoring+ an der Universität zu Köln, und Dr. Gudrun Löhrer vom Graduiertenzentrum der TH Köln im Gespräch. (Bild: Michael Bause / TH Köln)
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Alte Bekannte: Bei der Veranstaltung trafen sowohl Betreuende… (Bild: Michael Bause / TH Köln)
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… als auch studentische Hilfskräfte aus allen Kohorten aufeinander. (Bild: Michael Bause / TH Köln)
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Prof. Dr. Axel Faßbender, Vizepräsident für Lehre und Studium der TH Köln, begrüßte das Publikum der Abschlussveranstaltung. (Bild: Michael Bause / TH Köln)
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Dr. Ann-Kristin Kolwes sprach in ihrer Keynote unter anderem über die positiven Auswirkungen der Diversitätsförderung auf das System Hochschule. (Bild: Michael Bause / TH Köln)
Über die positiven Auswirkungen der Diversitätsförderung auf das System Hochschule sprach auch Dr. Ann-Kristin Kolwes, Projektkoordinatorin Erste Generation Promotion Mentoring+ an der Universität zu Köln, in ihrer Keynote. Aspekte wie der Mehrwert diverser Perspektiven, eine vorteilhafte Auswirkung auf Studierendenzahlen und die Ermöglichung eines meritokratischen Systems regten im Publikum eine lebendige Diskussion an. Vor allem ehemalige SHK und betreuende Professor*innen aus dem Programm reflektierten ihre Erfahrungen und tauschten sich die Bedeutung von Diversitätsförderung aus. Ein World Café über Einflussfaktoren auf eine wissenschaftliche Karriere und mögliche Maßnahmen zur Nachwuchsförderung bildete den Abschluss der Veranstaltung.
„Working@TH Köln“ war ein Baustein des Projekts PLan_CV („Professur-Laufbahn an Hochschulen für angewandte Wissenschaften neu denken: Collaboration und Vernetzung“). Es soll exzellentes Personal für Professuren an der TH Köln gewinnen und eine bessere Durchlässigkeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erreichen. Das Projekt wird im Rahmen des Programms zur Förderung der Gewinnung und Qualifizierung professoralen Personals an Fachhochschulen mit 12,4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Mai 2026