Themenwochen: Quo Vadis Europa?

Blick in den Hörsaal (Bild: Thilo Schmülgen/TH Köln)

Wie steht es um die Zukunft Europas? Vor welchen inneren und äußeren Herausforderungen steht die Europäische Union? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung "Quo Vadis", dem Beitrag der TH Köln zu den Themenwochen Europa der Kölner Wissenschaftsrunde, zu dem Prof. Dr. Stefan Herzig, Präsident der TH Köln, mehr als 80 TeilnehmerInnen willkommen heißen konnte.

Prof. Dr. Harald Sander, Inhaber des Jean Monnet Lehrstuhls an der TH Köln, hatte mit Prof. Dr. András Inotai von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften,  und Willem Noë, Semester Officer der EU in Irland zwei ausgewiesene Experten eingeladen, die die EU auch von innen kennen und die letzten Erweiterungsrunden der Europäischen Union intensiv begleitet haben.

"Wir sind alle verantwortlich für die Zukunft Europas. Und wie Europa in zehn, 15 Jahren aussehen wird, liegt in der Hand junger Menschen", appellierte Prof. Dr. Inotai an die Zuhörerinnen und Zuhörer. Dabei ging es ihm vor allem um die Frage, ob es gelingt, eine europäische Identität zu entwickeln. Gefahren für die Europäische Union sieht der renommierte ungarische Wirtschaftswissenschaftler durch eine Aushöhlung von Innen im Zuge eines zunehmenden Populismus und Nationalismus; insbesondere für die Verwendung von EU-Transfers forderte er neue Spielregeln. Zu den internationalen Herausforderungen der EU zählt Inotai die Positionierung der Europäischen Union gegenüber den USA, Russland und China. Diese haben nach seiner Einschätzung kein Interesse an einer vertieften, starken EU. Das Bild von einem Europa, das ein wirtschaftlicher Riese aber ein politischer Zwerg sei, müsse sich wandeln, fordert Inotai.

Willem Noë, Semester Officer der EU-Kommission in Irland, stellt die Chancen der gemeinsamen Sache heraus. Europa sei auf Krisen gebaut, und zwar auf der Krise der Nationalstaaten im 20. Jahrhundert. Gerade die EU-Erweiterungspolitik ist aus seiner Sicht ein Erfolgsmodell. Und die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltprobleme und Migration könnten ohnehin von den einzelnen Staaten nicht bewältigt werden.

9. Mai 2019

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