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Janina Knöll

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TH Köln im Ausland: Mein Erasmus-Jahr in Helsinki

Einer der vielen tausend Seen in Finnland (Bild: Elisabeth Fried)

Elisabeth Fried ist Studentin des Studienganges Master of European Design. Im Rahmen ihres Studiums ging sie mit ihrer Tochter für ein Studienjahr nach Helsinki, gefördert durch das Erasmus+ Programm, welches dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Im folgenden Beitrag berichtet sie von ihren Erlebnissen in Finnland.

Skandinavische Länder sind bekannt für ihr schlichtes und elegantes Design, daher lohnt sich ein Besuch dort für jeden Designer oder Design-Interessierten. Aber auch im Bereich des Service Designs ist die renommierte Aalto Universität in Helsinki bekannt.

Nachdem ich meine Zusage für meine Wunschuniversität in Helsinki, Finnland erhalten hatte, mussten viele Dinge organisiert werden, besonders da ich dieses Abenteuer nicht alleine, sondern mit Kind angehen wollte.

Als Studierende mit Kind gibt es einen monatlichen Erasmus Zuschuss: Dafür muss ein Sonderantrag eingereicht werden, welcher unter anderem die Geburtsurkunde und Beweise des begleitenden Aufenthalts (zum Beispiel in Form eines Flugtickets) beinhalten. Zusätzlich erfuhr ich über die Möglichkeit, sich für das Mathilde von Mevissen Stipendium zu bewer­ben, welches ebenso speziell Studierende mit Kind unterstützt.

Mein Design Studium und die spätere Berufslaufbahn sah ich schon lange nicht mehr nur als Möglichkeit, Dinge schöner zu gestalten, sondern vielmehr als Handwerk, um Problemlö­sungen gemeinsam und für Nutzer und andere involvierten Menschen zu entwickeln. Dabei spielen Field-Research, Visualisierungen, Strategie- und Konzeptentwicklung und Durchfüh­rungen eine wichtige Rolle. Zudem sehe ich es als große Verantwortung, Problemlösungen so zu gestalten, dass es als ganzheitlichen Ansatz zwischen Mensch, Tier und Umwelt als langandauerndes funktionierendes System in Einklang bringt. Mit diesen Vorstellungen zu meiner Tätigkeit als Designer war ich natürlich sehr glücklich über die Kursmöglichkeiten, welche die Aalto Universität in Finnland zu den oben genannten Bereichen bietet.

Im Allgemeinen war ich sehr beeindruckt von der Vielfältigkeit der Kurse, der zahlreichen Möglichkeiten zu Kooperationsprojekten und der Motivation der Professoren, die immer wieder relevante Themen mit ihren Projekten ansprachen.

Mutter geht mit Kind im Kinderwagen bei sonnigem Wetter in Helsinki spazieren.
Während des Auslandssemester mit Kind in Helsinki spazieren gehen können (Bild: Elisabeth Fried)

Prioritäten setzen

Mit dem Erasmusaufenthalt von vielen anderen Studierenden, die ihre Zeit im Ausland nutzen, um neue Leute kennen zu lernen und Partys zu besuchen, hatte mein Auslandsauf­enthalt wenig zu tun. Durch den sehr zeitintensiven Uni-Stundenplan gab es für mich neben den Unikursen, Hausarbeiten und Projekttreffen, ebenso Haushalt und ein wenig wertvolle Zeit mit meinem Kind.

Leider gab es keine Uni-Kita und zu Anfang des Erasmus Jahres war meine Tochter gerade mal 8 Monate alt, da wollte ich sie noch nicht Vollzeit abgeben. Daher versuchte ich es so gut wie möglich, sie zu Vorlesungen oder Projekttreffen mitzunehmen. Die finnischen Profes­soren waren sehr kulant, was Kinder in der Universität betrifft und auch Kommilitonen hatten viel Spaß daran, wenn ich meine Tochter mitnahm.

Wir hatten zudem viel Besuch von Familienangehörigen oder Freunden zur Unterstützung und mein Freund konnte ebenso neben seiner Masterarbeit mitbetreuen.

Neben all den Anstrengungen bin ich der Meinung, dass mich das Muttersein gelehrt hat, auch gelassener mit meinem Studium und anstehenden Aufgaben und wichtigen Terminen umzugehen.

Sauna, Mökki und Seenlandschaften

Die Finnen sind für ihre Saunen weltbekannt. Und auch als jemand, der aus deutschen Erfahrungen nicht die Sauna liebt, habe ich die finnische Art, ein Saunabad zu nehmen sehr zu schätzen gelernt. Der größte Unterschied besteht dabei in der Ungezwungenheit und den nicht vorhandenen Regeln. In Finnland bleibt man so lange, wie es einem angenehm ist in der Sauna und wird nicht böse angeschaut, wenn man mal die Türe aufmacht. Den Aufguss darf jeder machen so oft es ihm Spaß macht und am wichtigsten: Es darf in der Sauna getrunken und sich unterhalten wer­den.Es werden ebenso wichtige geschäftliche Diskussionen in der Sauna geführt, als auch z.B. Verträge zum Hauskauf abgeschlossen. Auch kleine Kinder sind in der Sauna willkommen. Die Allerkleinsten werden dabei in einen Wasserbottich gesetzt, in dem geplanscht werden darf und der eine Überhitzung vermeidet.

Man sollte in Finnland auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, wenn man z.B. finnische Freun­de hat, einen Besuch in deren Sommerhäuschen abzustatten. Diese liegen meist sehr idyllisch im Nirgendwo an einem der zahlreichen Seen und bietet meist Möglichkeiten zum Grillen, Saunieren und Bootfahren. Es gibt auch in der Nähe von Helsinki bereits einen Nationalpark (Nuuksio), in dem man schnell die Stadtnähe vergisst und durch Birkenwälder und an Seenlandschaften vorbei wandern kann.

Holzhütte im Wald am See
Fast jede finnische Familie besitzt ein Sommerhäuschen inmitten der schönen Natur (Bild: Elisabeth Fried )
​Finnland lohnt sich! In der kurzen Zeit haben wir Menschen, Kultur und Natur sehr schätzen gelernt und auch wenn ein Leben für immer in Finnland unvorstellbar ist, möchten wir auf jeden Fall wieder zu Besuch kommen. Am liebsten jedoch in den Sommermonaten, um fri­sche Beeren zu pflücken und nach dem Saunagang der nicht untergehenden Sonne zuzuse­hen.

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