Studierende arbeiten wie Fernsehprofis

Studioproduktion zum Vorlesetag 2018_1 (Bild: TH Köln)

16.11.2018 - Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages realisierten Studierende der Medieninformatik am Campus Gummersbach der TH Köln erneut eine Liveübertragung ins Internet.

Im TV-Studio im dritten Stock des Hochschulgebäudes werden die letzten Vorbereitungen getroffen. In zehn Minuten beginnt die Internet-Liveübertragung zum Oberbergischen Vorlesetag. Die Studierenden der Medieninformatik werden in den kommenden drei Stunden wie bei einer Fernsehübertragung zahlreiche Dinge gleichzeitig koordinieren müssen. Aus dem Studio und von insgesamt einem Dutzend Außendrehorten wird der Vorlesetag erstmals über die Facebook-Seite „Medienprojekte Oberberg“ ins Internet übertragen.

Koordiniert wird die Veranstaltung für das Wahlpflichtfach „Studioproduktion“ von Prof. Hans Kornacher, der sich über eine große Resonanz bei den Studierenden freuen kann. Insgesamt 50 Studierende – 30 im Studio und 20 an den Außendrehorten – arbeiten an der Liveübertragung mit. „Das Engagement und die Selbstverantwortung sind erfreulich hoch“, sagt Prof. Kornacher, der sich während der Übertragung nur dann einmischt, wenn es unbedingt notwendig ist oder wenn die Studierenden eine Frage haben.

„Jedes Jahr professioneller!“

Studioproduktion zum Vorlesetag 2018_3 Das Studio der Liveproduktion zum Vorlesetag (Bild: TH Köln)

Immer wieder haben die Mitglieder des Teams in den vergangenen drei Wochen den Ablauf geprobt, aber in der Livesituation kann immer etwas schiefgehen und dann muss spontan reagiert werden. Das weiß aus eigener Erfahrung auch Fernsehmoderatorin Janine Steeger, die den Vorlesetag bereits zum wiederholten Mal im Studio moderiert. „Es wird jedes Jahr professioneller. Die Studierenden arbeiten inzwischen wie Fernsehprofis und bewahren auch bei Fehlern meinerseits immer die Ruhe“, sagt Steeger. „Mir macht das Projekt hier sehr großen Spaß.“ 

Die ersten Liveschaltungen funktionieren sehr gut. Unter anderem liest der ehemalige Sozialdezernent des Oberbergischen Kreises Dr. Jorg Nürmberger im Wartezimmer einer Tierarztpraxis vor. Zu den auch überregional bekannten Vorlesern gehören die Schriftstellerin Melanie Raabe und der Schauspieler Jörn Kolpe. Im Studio begrüßt Moderatorin Janine Steeger unter anderem Ingo Stockhausen, Vorstand der Volksbank Oberberg, Rennfahrer Florian Alt und Dr. Valerie Müller vom Deutschen Instituts der Wirtschaft für eine Talkrunde zum Thema Digitalisierung im Bildungsbereich.

Chancen und Risiken der Digitalisierung

Studioproduktion zum Vorlesetag 2018_2 Talkrunde mit (von links nach rechts): Prof. Dr. Martin Eisemann, Florian Alt (Rennfahrer), Johnny Luanglath (Student der TH Köln), Dr. Valerie Müller (Digitalisierungsexpertin des Instituts der Deutschen Wirtschaft), Ingo Stockhausen (Vorstandsvorsitzende der Volksbank Oberberg), Janine Steeger (Moderatorin) (Bild: TH Köln)

Dass die Digitalisierung zwar große Chancen bietet, aber auch noch Herausforderungen mit sich bringt, zeigt sich bei der anschließenden Liveschaltung. Die Übertragung aus einem Bus der OVAG, in dem Lindlars Bürgermeister Dr. Georg Ludwig den Kindern der Gemeinschaftsgrundschule Lindlar-Ost vorliest, klappt wegen der fehlenden Bandbreite technisch nicht so wie erhofft. Im Studio wird deshalb schnell entschieden, die nächste Übertragung vorzuziehen. Dabei muss vor allem Regisseur Maik Foitzik die Übersicht behalten: „Ich habe bewusst die Herausforderung gesucht, weil ich auch Interesse am Beruf des Regisseurs habe.“

Nach drei Stunden endet die Liveübertragung planmäßig. Die Studierenden sind erschöpft, aber glücklich, denn größere Pannen sind ausgeblieben und die Zuschauer konnten den Vorlesetag entspannt von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus verfolgen. Insgesamt über 2100 Aufrufe verzeichnete die Übertragung angeschaut, sie ist öffentlich auf Facebook zu sehen.

Der bundesweite Vorlesetag wird jedes Jahr im November durch die Wochenzeitschrift DIE ZEIT, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung initiiert und soll für das Lesen und Vorlesen werben.

Link: facebook.com/MPOberberg

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