Soziale Teilhabe mit der Lunchtime-Box

Essen verbindet: Integration älterer Menschen ist Ziel der Lunchtime-Box (Bild: TH Köln)

Nicht nur in Zeiten des Social Distancing sind tägliche soziale Kontakte für ältere Menschen nicht immer selbstverständlich. Vor allem, wenn sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Bei welchen Gelegenheiten tauschen Menschen sich gerne untereinander aus? Zum Beispiel beim Essen.

Wer alleine lebt, kann die tägliche Mahlzeit als einsamen Moment erleben. Wie lässt sich das ändern? Dazu haben Studierende im Studiengang Code & Context  verschiedene Ideen entwickelt, eine davon: die Lunchtime-Box. In den Deckel der Lieferbox integriert ist ein Tablet, über das die Seniorinnen und Senioren während ihres Mittagessens mit wenigen Klicks mit anderen Menschen plaudern können: mit anderen Seniorinnen und Senioren oder Familienangehörigen.

Essen verbindet: Integration älterer Menschen ist Ziel der Lunchtime-Box Essen verbindet: Integration älterer Menschen ist Ziel der Lunchtime-Box (Bild: TH Köln)

Bisher besteht der Prototyp noch aus einem Pappkarton, der im Verlauf dieses Wintersemesters weiter ausgestaltet werden soll. Die Lunchtime-Box entwickelte sich bereits im letzten Winter – vor dem Corona-Lockdown. Die Studierenden entwarfen unterschiedliche Ideen, wie man die soziale Teilhabe älterer Menschen verbessern kann. Betreut wird das Lehrprojekt von Prof. Dr. Ivonne Preusser von der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften. Die Professorin für Psychologie beschäftigt sich mit Design Thinking und der kundenzentrierten Ausrichtung bei der Entwicklung neuer Produkte. Die Studierenden sollten sich im ersten Schritt des Design-Thinkings in die Lage von Seniorinnen und Senioren und deren körperlichen Beeinträchtigungen versetzen, zum Beispiel im Nahverkehr. Welche spezifischen Bedürfnisse hat man, wenn man blind ist, im Rollstuhl sitzt oder an Krücken geht? Erst danach wurde ihnen erklärt, dass es um die Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern sozialer Dienstleistungen geht und das Malteser Hilfswerk e. V. mit seinem Menüservice Kooperationspartner ist.

Im nächsten Schritt sollen die Studierenden untersuchen, wie die Lunchtime-Box bei den Kundinnen und Kunden ankommt. Auch stellt sich die Frage, mit wem sie während der Mahlzeiten reden wollen und wie eine Vernetzung aussehen kann. Ist es möglich, über die Lunchtime-Box auch neue Leute kennenzulernen? Wie kann ein technischer Prototyp dazu aussehen? Die Idee der Lunchtime-Box wurde außerdem beim Wettbewerb „Gesellschaft der Ideen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingereicht.

Als Projektpartner will der Malteser Hilfsdienst e. V. die Weiterentwicklung der Box weiterhin unterstützen und seine Fachexpertise einbringen. Dadurch ergibt sich für die Studierenden eine neue Perspektivenvielfalt beim problembasierten Lernen. „Die Studierenden haben in dem zweiwöchigen Blockseminar des Sommersemesters bereits so viel Engagement und Herzblut eingebracht. Alle hatten große Freude daran, bei etwas Sinnstiftendem mitzumachen,
das einen praktischen Nutzen für andere Menschen hat. Ich bin gespannt, wie sich die Lunchtime-Box weiterentwickeln wird,“ sagt Ivonne Preusser.

November 2020

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