Hoher Raumkomfort und optimale Energieeffizienz für Kölner Bühnen

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der TH Köln untersucht, wie das Kölner Opern- und Schauspielhaus nach der Sanierung seinen Zuschauerinnen und Zuschauern einen bestmöglichen Komfort bieten und zugleich seine Gebäudetechnik möglichst energieeffizient regeln kann.

Offenbachplatz mit fertig saniertem Opernhaus (Entwurf)Offenbachplatz mit fertig saniertem Opernhaus (Entwurf) (Bild: Arge SBK)

Damit das Publikum einen Theater- oder Opernbesuch als angenehm empfindet, müssen neben der Qualität des Stückes auch Raumklima und Raumkomfort stimmen. Wichtig sind unter anderem eine angenehme Raumtemperatur, genügend aber nicht zu viel Helligkeit und der Sauerstoffgehalt in der Luft. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der TH Köln untersucht, wie das Kölner Opern- und Schauspielhaus nach der Sanierung seinen Zuschauerinnen und Zuschauern einen bestmöglichen Komfort bieten und zugleich seine Gebäudetechnik möglichst energieeffizient regeln kann.

Das Institut für Energieeffiziente Architektur3 (EEA3) sowie das Institut für Gebäudeausrüstung planen dafür nach der Wiedereröffnung Raumkomfortmessungen in ausgewählten Bereichen wie Foyer, Zuschauerräumen und Bühnen. Bei den Untersuchungen werden speziell entwickelte, mobile Messdummies mit Messgeräten für Luftqualität und -strömungen, Feuchtigkeit und Temperatur eingesetzt. An die Gestaltung dieser „Kunstfiguren“ stellten die Projektverantwortlichen hohe Ansprüche, da die Theaterzuschauer mit ihnen in direkten Kontakt kommen. Masterstudierende der Architektur entwarfen in einem Wettbewerb die Optik der Kunstfiguren. Der Siegerentwurf „Torsion“ wird jetzt gemeinsam mit dem Messteam der Gebäudetechnik bis zur Produktreife weiter entwickelt.

Durch die Ergebnisse der Messdummies und eine Zuschauer- und Nutzerbefragung möchte das Projektteam herausfinden, welche Einstellungen von Heizung, Kühlung, Lüftung sowie Beleuchtung als besonders komfortabel wahrgenommen werden und wie diese energieeffizient erreicht werden können. Für die Sanierung der Kölner Bühnen spielen diese Überlegungen eine besondere Rolle, da die Stadt Köln bei der Sanierung der Oper und des Schauspielhauses trotz hoher Denkmalschutzauflagen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV-2009 nicht nur einhalten, sondern um rund 30 Prozent unterschreiten möchte.

Eingebettet ist das Projekt in eine bundesweit angelegte Querschnittsanalyse von zehn bis 15 Repertoirehäusern, die repräsentativ für die deutsche Opern- und Theaterlandschaft sind. Rund 150 Theaterspielstätten gibt es in Deutschland, von denen die meisten einen großen Sanierungs- und energetischen Optimierungsbedarf haben. Da dieser Gebäudetyp in der Öffentlichkeit stark wahrgenommen wird, haben vorbildliche Sanierungen eine große Signalwirkung. Im Rahmen der Querschnittsanalyse sollen Wirtschaftlichkeit, Nutzerzufriedenheit sowie Verbrauchsdaten wie Strom, Wärme, Kühlung, Luftförderung, Beleuchtung und Wasser erhoben werden. So können der Nutz- und Primärenergiebedarf bilanziert und Schwachstellen sowie Einsparpotentiale aufgezeigt werden. Zudem wird so erstmalig ein Energie-Benchmarking erstellt, mit dem andere Häuser des Gebäudetypus ihren Energieverbrauch vergleichen können.

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