solidarity now

Prof. Iris Utikal und Prof. Michael Gais von der Köln International School of Design (KISD) haben die Initiative „solidarity now“ ins Leben gerufen. Damit fordern sie Designerinnen und Designer zur Gestaltung von Plakat-Entwürfen auf, die daran erinnern, dass es Solidarität braucht, um eine funktionierende und lebenswerte Gesellschaft zu schaffen und zu erhalten.

Prof. Utikal, wie kamen Sie auf die Idee zu „solidarity now“?
Utikal: Die KISD hat schon seit vielen Jahren vielfältige Kontakte nach China, zudem gibt es eine Reihe von chinesischen Austauschstudierenden in unserem Institut. Deshalb haben wir uns schon Anfang des Jahres stark mit dem Thema Corona befasst, noch bevor die Krankheit in Deutschland angekommen war. Dabei sind uns die unterschwelligen Vorwürfe gegenüber China und neue Ressentiments gegenüber Menschen mit scheinbar asiatischen Wurzeln aufgefallen. Dem wollten wir etwas entgegensetzen.

solidarity now solidarity now (Bild: solidarity now)

Wie ist die Kampagne bislang angenommen worden?
Utikal: Wir haben Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland, die sich mit Visueller Kommunikation befassen, als Unterstützer und Multiplikatoren gewonnen und auch unsere Kontakte in aller Welt angesprochen. Das Feedback ist ausgesprochen positiv. Bislang sind über 75 Beiträge eingegangen – vor allem aus Deutschland, aber auch aus Taiwan, Polen, Brasilien, Russland oder Frankreich. Wir sind begeistert von der großen Vielfalt der Gestaltungen.

Wie wird es weitergehen?
Utikal: Die Kampagne läuft noch bis zum 31. Mai. Zurzeit veröffentlichen wir alle Beiträge auf Instagram. Zudem planen wir eine Ausstellung im Herbst, wenn das Corona-Virus hoffentlich soweit im Griff ist, dass das Kontaktverbot gelockert werden kann.

„solidarity now“ wird unterstützt von: Prof. Johannes Bergerhausen (HS Mainz), Prof. Heribert Birnbach (Folkwang Universität der Künste), Prof. Lars Harmsen (FH Dortmund), Prof. Ilka Helmig (FH Aachen), Prof. Wilfried Korfmacher (HS Düsseldorf), Prof. Alessio Leonardi (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst), Prof. Armin Lindauer (HS Mannheim), Prof. Franziska Morlok (FH Potsdam), Prof. Gudrun Müller (HS Augsburg), Prof. Rüdiger Quass von Deyen (FH Münster), Prof. Gerwin Schmidt (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart), Prof. Erich Schölz (FHWS Würzburg), Prof. David Skopec (Universität der Künste Berlin) und Julia Kahl (slanted).

20. April 2020

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