Reifenabrieb wiederverwerten statt ins Meer spülen

Projekt des Labors für Werkstoffe am Campus Gummersbach der TH Köln beschäftigt sich unter anderem auch mit Reifenspuren auf dem Nürburgring

Reifenabrieb als Verursacher für Mikroplastik in den Weltmeeren ist ein gravierendes Problem. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik hat gezeigt, dass Autoreifen über 30 Prozent des Mikroplastiks verursachen, das in unseren Weltmeeren schwimmt. Demnach gelangen die kleinen Gummipartikel meist über die Kanalisation in die Kläranlagen und von dort in Flüsse und Meere.

Ein Projekt des Labors für Werkstoffe am Campus Gummersbach der TH Köln beschäftigt sich derzeit mit der „Analyse von Reifenabrieb mit Hinblick auf Verwertungsmöglichkeiten“. Ziel des Vorhabens von Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger ist es, den Reifenabrieb von den Fahrbahnen abzutragen und wieder zu verwerten. Damit würde die Verbreitung von Mikroplastik verringert und das anfallende Material könnte als Wertstoff recycled werden. In einem ersten Projektschritt sammelte Prof. Katrakova-Krüger mit einer Studierendengruppe Proben vom Nürburgring, von der Start- und Landebahn des Flughafens Köln/Bonn und von Prüfständen für Fahrradreifen bei der Firma Schwalbe in Reichshof, dem Marktführer für Fahrradreifen.

Die Fahrbahn auf dem Nürburgring wird, besonders nach einem „Drift Cup“, bei dem die Rennwagen ins Schleudern kommen, regelmäßig gereinigt und die zum Teil recht großen Partikel entsorgt. Das Gleiche passiert auf einer Flughafenlandebahn, die ohne Reinigung rutschig und für landende Flugzeuge gefährlich würde. Aber auch auf Autobahnen wird die Fahrbahn vom Reifenabrieb gereinigt, zum Beispiel in den Niederlanden, damit der offenporige Asphalt seine lärmmindernden Eigenschaften nicht verliert. Damit ergibt sich potenziell eine relevante Menge von Reifenabrieb, der abgetragen und wiederverwertet werden könnte.

„Alle Partner haben großes Interesse am Projekt gezeigt. Wir bekamen problemlos Zugang zu den Proben von Reifenabrieb für unsere Untersuchungen.“ Prof. Katrakova-Krüger ist zuversichtlich, dass sie neue Verwertungsmöglichkeiten finden wird. Die TH Köln unterstützt seit Mitte 2019 das Vorhaben über den neu geschaffenen Transferfonds.

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