Professor der TH Köln als Keynote-Speaker bei der Eröffnung eines österreichischen Forschungszentrum

Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein beim Vortrag (Bild: Petra Wiesinger / FH Oberösterreich)

Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein vom Campus Gummersbach hielt den Festvortrag über Künstliche Intelligenz

29.03.2018 - Zur feierlichen Eröffnung des „Josef Ressel Zentrums für Symbolische Regression (JRZ)“ an der Fachhochschule Oberösterreich war Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein als Keynote-Speaker eingeladen. Seinen Fachvortrag hielt er zu dem Thema „Künstliche Intelligenz in industriellen Anwendungen“. Mit anschaulichen Beispielen unterstrich er die herausragende Rolle, die Computational Intelligence inzwischen für die industrielle Fertigung spielt. Eingesetzt wird sie z.B. zur Prozessoptimierung und zur Verbesserung der Energieffizienz in der Produktion.

Ein Beispiel für eine solche Optimierung ist die Entwicklung eines Elektro-Staubabscheiders für die Steinmüller-Babcock GmbH in Gummersbach. Die Einstellmöglichkeiten und die Varianten bei der Zusammensetzung der Rauchgase in einer Verbrennungsanlage eröffnen die beeindruckende Zahl von 1024 (eine 1 mit 24 Nullen) Kombinationsmöglichkeiten. Eine Simulation dieser Kombinationen auf herkömmlichem Weg würde auch mit leistungsfähigen Rechnern mehrere Wochen dauern.

Zwischen den Arbeitsgruppen am JRZ und dem Team von Prof. Bartz-Beielstein besteht bereits seit mehr als zehn Jahren ein intensiver fachlicher Austausch. So wird an der FH Oberösterreich in der Arbeitsgruppe HEAL u.a. die Software “HeuristicLab” (Heuristic and Evolutionary Algorithms Laboratory) entwickelt. 

Ein Schwerpunkt des „Josef Ressel Zentrums für Symbolische Regression“ sind mathematische Modelle für Antriebssysteme. „Symbolische Regression“ ist ein mathematisches Verfahren, das mit naturnahen Algorithmen arbeitet. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort fördert die Untersuchungen, die zuständige Ministerin Dr. Margarete Schramböck war persönlich zu Eröffnung gekommen. Geforscht wird in Kooperation mit den Unternehmen AVL List und Miba, AVL entwickelt in Graz Antriebssysteme, es beschäftigt weltweit mehr als 8600 Mitarbeiter, der internationale Miba-Konzern produziert mit seinen 5800 Mitarbeitern Bauteile aller Art für die internationale Motoren- und Fahrzeugindustrie. Im Forschungszentrum arbeiten zwei Promovenden, zwei Postdocs sowie Diplomanden. Das JRZ gehört zum „Center of Excellence for Smart Production“ an der FH Oberösterreich.

„Mit dem neuen Josef Ressel Zentrum der FH Oberösterreich setzen wir einen wichtigen Schritt für die weitere Stärkung des Forschungsstandortes und IT-Hotspots Hagenberg. Wieder einmal beweist die Informatik-Fakultät der FH Oberösterreich ihre führende Rolle in der angewandten Informatik-Forschung in Österreich.“, so der Wirtschafts- und Forschungsreferent Dr. Michael Strugl.

(Bild: Petra Wiesinger/ FH Oberösterreich)

M
M