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Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften

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Prof. Dr. Sefik Tagay

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Prof. Dr. Tagay betreut erfolgreich Promotion zum Leben mit der Diagnose Aderhautmelanom

Aktuell betreut Prof. Dr. habil. Sefik Tagay mehrere Doktorand*innen der Universität Duisburg-Essen. Am 14.07.2020 hatte seine Doktorandin Frau Melav Bari (Medizinerin) ihr Rigorosum. Ihre Promotion zum Thema „Von der Diagnose zur Therapie – Psychische Belastung und Lebensqualität im Krankheitsverlauf bei Patienten mit Aderhautmelanom“ wurde insgesamt mit der Note „magna cum laude“ (1) bewertet.

Prof. Dr. Tagay betreut erfolgreich Promotion zu Progredienzangst und Lebensqualität bei Patient*innen mit Aderhautmelanom Prof. Dr. Tagay und die Promovendin Melav Bari (Bild: privat)

Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Tumor im Auge. Etwa 50% der Patient*innen entwickeln Metastasen, nicht selten lange Zeit nach erfolgreicher Therapie des Primärtumors. Es ist durch molekularbiologische Untersuchung des Tumors möglich, Patient*innen mit schlechter Prognose zu erkennen (prognostische Biomarkeruntersuchung). Viele Patient*innen mit Aderhautmelanom wollen über ihr individuelles Risiko informiert werden und daher wird diese prognostische Biomarkeruntersuchung bei immer mehr Patient*innen in der klinischen Routine durchgeführt (Lieb, Tagay et al. 2020: Psychosocial impact of prognostic genetic testing in uveal melanoma patients: a controlled prospective clinical observational study. BMC Psychology, 2020 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6995105/).

Zahlreiche internationale Studien berichten über eine erhöhte psychische Belastung sowie eine reduzierte Lebensqualität bei Patient*innen mit Aderhautmelanom. Es gibt kaum Verlaufsstudien darüber, wie sich die Progredienzangst (Angst vor der Rückkehr der Krebserkrankung), die psychische Belastung und die Lebensqualität im Krankheitsverlauf von der Diagnosestellung bis hin zur Therapie und poststationärer Behandlung entwickelt (Erim et al... Tagay, 2018: BMC Cancer: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4936050/). Frau Bari befasste sich in ihrer Promotion daher mit Veränderungen dieser Parameter, die über fünf Testzeitpunkte (Diagnosestellung bis 12 Monate nach Therapie) systematisch untersucht wurden.

In dem Promotionsprojekt wurden 90 erstdiagnostizierte Patient*innen mit Aderhautmelanom mittels einer breiten Testbatterie prospektiv im Rahmen einer von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie untersucht. Das mittlere Alter der Patient*innen lag zum Erhebungszeitpunkt bei rund 63 Jahren, mit einem Range von 37 bis 84 Jahren; rund 52% waren männlich und 48% weiblich. Die große Mehrheit (87%) der untersuchten Patient*innen erhielt eine Applikator-Therapie, gefolgt von etwa 7% mit einer Protonentherapie und 3.3% erhielten eine Enukleation. Die Belastung (Disstress-Thermometer) fiel zum Zeitpunkt des Eingriffs am höchsten aus, gefolgt vom Zeitpunkt der Diagnosemitteilung.  Depressivität und Ängstlichkeit fielen zum Zeitpunkt der Diagnosemitteilung erwartungskonform am stärksten aus, dagegen besserte sich die Lebensqualität nach der Therapie signifikant. Als stärkster Prädiktor (Vorhersagefaktor) für Depressivität und Lebensqualität erwies sich Progredienzangst. Die Ergebnisse unterstreichen die große klinische Relevanz der Progredienzangst gerade zum Zeitpunkt der Diagnosemittteilung und der therapeutischen Intervention.

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