NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur besucht Projekt zu nachhaltigen 3D-Druck-Materialien
„NRW Innovation Tour“: Vorhaben von Poly-IQ GmbH und TH Köln in Overath vorgestellt
Von der Automobilindustrie über Maschinenbau bis hin zu Luft- und Raumfahrt: Der industrielle 3D-Druck gewinnt zunehmend an Bedeutung – die bislang verwendeten Materialien bestehen jedoch meist aus neu hergestellten, erdölbasierten Kunststoffen. Im Projekt „naTHan“ entwickeln die Poly-IQ GmbH und die TH Köln daher auf Basis recycelter Kunststoffe neue Materialien für den 3D-Druck mit reduziertem CO2-Fußabdruck. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur informierte sich im Rahmen ihrer NRW Innovation Tour am Sitz des Unternehmens in Overath über das Vorhaben und die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft.
Im Projekt werden schrittweise Rezepturen für den direkten 3D-Druck aus Granulat sowie aus Kunststoffsträngen, dem sogenannten Filament, entwickelt und getestet. Dabei fließen sowohl Ergebnisse zur Verarbeitbarkeit in der Filamentextrusion, also dem Herstellungsverfahren für das Druckmaterial, und im 3D-Druck als auch Tests an 3D-gedruckten Demonstratorbauteilen in die Optimierung ein. Ziel ist es, die Materialrezepturen optimal auf die Anforderungen technischer Anwendungen abzustimmen. Der gesamte Lebenszyklus der Materialien wird durch eine kontinuierliche Ökobilanzierung betrachtet und mit den Materialeigenschaften verglichen, um ein möglichst günstiges Verhältnis von Leistungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten.
Bildergalerie
0 / 0
Im Rahmen ihrer NRW Innovation Tour besuchte NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (rechts) in Overath ein Projekt zu nachhaltigen 3D-Druck-Materialien der Poly-IQ GmbH und TH Köln. Jürgen Muschwitz (links), Geschäftsführer der Poly-IQ GmbH, und Prof. Dr. Simone Lake (Mitte) demonstrierten der Ministerin die Möglichkeiten des Projekts „naTHan“. (Bild: MWIKE NRW / Mark Hermenau)
0 / 0
Im Projekt „naTHan“ werden auf Basis recycelter Kunststoffe neue Materialien für den 3D-Druck mit reduziertem CO2-Fußabdruck entwickelt. (Bild: MWIKE NRW / Mark Hermenau)
„Mit naTHan wollen wir zeigen, dass sich Nachhaltigkeit und technische Leistungsfähigkeit nicht ausschließen“, erklärt Jürgen Muschwitz, Geschäftsführer der Poly-IQ GmbH. „Die Kooperation mit der TH Köln unterstützt uns dabei und ermöglicht es, ressourcenschonende Materialien zu entwickeln, die gleichzeitig den Anforderungen der industriellen Praxis gerecht werden, etwa in Bezug auf die Verarbeitbarkeit, die mechanische Belastbarkeit und den flexiblen Einsatz.“
Pressemitteilung 12/2026
vom 13.03.2026
Prof. Dr. Simone Lake, die vonseiten des Instituts für Allgemeinen Maschinenbau des Campus Gummersbach der TH Köln am Projekt beteiligt ist, fügt hinzu: „Die Kompetenzen von Poly-IQ und des Polymer-Labors der TH Köln ergänzen sich im Projekt perfekt. Da wir zudem Anwendungsfälle aus unserer Forschung und Praxisbauteile basierend auf realen Kundenanforderungen einbinden, können wir Lösungen erarbeiten, die sowohl uns in unseren Forschungsthemen weiterbringen als auch von den Unternehmen zeitnah in die Praxis umgesetzt werden können.“
Transfer als Motor für nachhaltige Transformation
Im Rahmen des Besuchs bei der Poly-IQ GmbH in Overath erhielt Ministerin Neubaur Einblicke in die Arbeit des Unternehmens, das Projekt sowie die Kooperation zwischen Hochschule und Praxispartner. „Zukunft entsteht dort, wo Menschen Ideen in die Tat umsetzen – und genau das erleben wir hier im Rheinland und im Bergischen Land. Starke mittelständische Unternehmen, innovative Start-ups und engagierte Hochschulen arbeiten hier eng zusammen und entwickeln Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Diese Innovationskraft vor Ort wollen wir stärken und weiter vernetzen – denn sie ist eine wichtige Grundlage für ein starkes und zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen“, sagt Neubaur. Die Ministerin trifft auf ihrer NRW Innovation Tour 2026 Menschen aus kleinen und mittleren Unternehmen, die Innovationen für die nachhaltige Transformation erfolgreich umsetzen und dabei mit den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in ihrer Region kooperieren.
„Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften sehen wir es als eine zentrale Aufgabe, gesellschaftlich relevante Fragestellungen gemeinsam mit Partner*innen aus der Praxis wissenschaftlich weiterzuentwickeln“, so Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln. „Projekte wie naTHan zeigen, wie wir Innovationen schneller in die Anwendung bringen und damit zur nachhaltigen Transformation und zur Wettbewerbsfähigkeit der Region beitragen können.“
März 2026