Neuberufen 2026: Prof. Dr. Nina Kläsener
Als Professorin für Soziale Arbeit in Organisationen untersucht Dr. Nina Kläsener die institutionellen und organisationalen Bedingungen professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit, insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Interview erläutert sie unter anderem, warum die Mensa für sie ein unterschätzter Ort auf dem Campus ist.
Studium: Pädagogik (Diplom), Universität Bielefeld
Promotion: „Organisieren von Entscheidungen über Kindeswohl – Zur Prozessierung des Schutzauftrags der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe“, Universität Bielefeld
Berufliche Stationen (u. a.):
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrkraft für besondere Aufgaben, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
- Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Risikoeinschätzung und Fallprozessierung in Frühen Hilfen und Kinderschutz“, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
- Vertretungsprofessur „Organisation Sozialer Arbeit“, Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen
- Mehrjährige Berufserfahrung sowohl bei einem öffentlichen als auch bei einem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe
Soziale Arbeit in Organisationen ist ein spannendes Thema, weil…
…Organisationen nicht immer das tun, was Organigramme versprechen. Mich interessiert, wie Regeln, Routinen und Strukturen professionelles Handeln prägen, insbesondere dort, wo es um die Lebenslagen von Menschen geht.
Ich möchte gerne herausfinden…
…wie Organisationen, professionelles Handeln und gesellschaftliche Entwicklungen – etwa soziale Ungleichheit und digitaler Wandel – zusammenwirken und welche Herausforderungen sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.
Besonders interessiert mich…
…die Frage, wie sich professionelles und organisationales Handeln wechselseitig bedingen. Im Mittelpunkt steht dabei, wie Macht-, Gewalt- und Ungleichheitsverhältnisse professionelles Handeln in Organisationen beeinflussen und welche Auswirkungen diese auf die Lebensbedingungen, Teilhabechancen und Einflussmöglichkeiten von Adressat*innen der Sozialen Arbeit haben.
Lehre bedeutet für mich…
…gemeinsam neugierig zu sein. Die besten Seminare und Vorlesungen sind für mich die, in denen aus einer guten Frage weitere Fragen entstehen.
Wenn ich mal nichts zu tun habe…
…bin ich am liebsten am Meer in Italien, mit einem guten Buch und möglichst ohne Uhr. Wenn das gerade nicht möglich ist, ist auch die kölsche Riviera eine gute Alternative.
Auf meinem Schreibtisch…
…treffen Bücher, Notizzettel und Ideen in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien aufeinander. Bisweilen entstehen daraus überraschende Vernetzungen.
Kein Campus ohne…
…Vielfalt, Kaffee, volle Fahrradständer und hoffentlich Begegnungen, die bleiben.
Die Mensa…
…ist für mich ein unterschätzter Ort akademischer Produktivität. Zwischen Mittagessen und Kaffee entstehen nicht selten die spannendsten Gedanken.
Juli 2026