Neubau der Mensa: Architekturwettbewerb kürt drei beste Entwürfe
Im Zuge der Neugestaltung des Campus Deutz ist auch der Bau einer neuen Mensa geplant. Die Gestaltung wurde in einem Architekturwettbewerb ausgeschrieben, an dem zwölf Architekturbüros aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahmen. Eine namhaft besetzte Jury bewertete die eingereichten Entwürfe und zeichnete drei Konzepte mit jeweils einem zweiten Preis aus.
Die Architekturbüros wurden aufgefordert, ihre Entwürfe weiter zu überarbeiten.
Da die Mensa ein Herzstück des neuen Campusareals wird, legte das Preisgericht besonderen Wert auf hohe architektonische Qualität. Neben gestalterischen Aspekten wurden auch funktionale, betriebliche, wirtschaftliche und nachhaltigkeitsbezogene Kriterien beurteilt, um ein ganzheitliches Konzept zu gewährleisten. So galt es etwa, die Speiseausgabe in unmittelbarer Nähe des Essbereichs zu platzieren, kurze Wege für die betrieblichen Abläufe zu sichern und eine flexible Nutzung des Raums in der vorlesungsfreien Zeit und am Nachmittag zu ermöglichen. Neben der Mensa sollen auch Teile der Hochschulverwaltung, der AStA und der Senatssaal im Gebäude untergebracht werden.
Die gekürten Entwürfe:
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Als zentrale Leitidee des Entwurfs von Penzel Valier dient die teilweise Wiederverwendung des Bestandes,... (Bild: Penzel Valier AG)
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...indem vorhandene Materialien und die konstruktive Struktur erhalten und für eine mögliche Neubaustruktur fortgeschrieben werden. (Bild: Heike Fischer/TH Köln, privat, A. Gottschalk/FH Aachen)
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Das von querkraft Architekten entworfene dreigeschossige Gebäude zeigt einen markanten Baukörper,... (Bild: querkraft Architekten zt GmbH)
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...bei dem das Erdgeschoss zum Campusplatz um einige Meter zurückspringt und so einen wettergeschützten Vorbereich entstehen lässt. (Bild: Heike Fischer / TH Köln)
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Riehle Koeth überzeugte die Jury durch eine sehr hohe architektonische sowie funktionale Qualität und das Konzept der Mensa... (Bild: Riehle Koeth GmbH + Co. KG)
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...als „Pavillon und gemeinsame Mitte für die Campusgemeinschaft“. (Bild: Heike Fischer / TH Köln)
Das Preisgericht prämierte die folgenden drei Architekturbüros (in alphabetischer Reihenfolge). Die Beschreibungen entstammen der offiziellen Jurybegründung:
Penzel Valier AG (Zürich): Urban Mining und ortstypische Ästhetik
Als zentrale Leitidee dieses Entwurfs dient die teilweise Wiederverwendung des Bestandes, indem vorhandene Materialien und die konstruktive Struktur erhalten und für eine mögliche Neubaustruktur fortgeschrieben werden. Aus der Nachnutzung entsteht eine ortstypische Ästhetik, die aus der industriellen Prägung des Stadtviertels und dem Dialog von Alt und Neu erwächst.
Die zum Platz hin weit öffnende Fassade mit einer zweigeschossigen Speisesaalzone bildet ein großzügiges Entree und ist besonders in der warmen Jahreszeit vielseitig nutzbar. Die nördlichen und südlichen Fassaden sind mit vorgesetzten Rankgerüsten für Fassadenbegrünung geplant; diese erweitern die Aufenthaltsqualität durch geschützte Außensitzplätze. Überarbeitungsbedarf sieht die Jury unter anderem bei der Grundstruktur der Küche, der Ausgabesituation im Erdgeschoss und einer kompakteren Organisation der Flächen.
Architektur, Tragwerksplanung und Nachhaltigkeit: Penzel Valier AG, Küchenplanung: Axet GmbH
querkraft Architekten zt GmbH: gegeneinander versetzten Baukörper
Das dreigeschossige Gebäude reagiert auf die städtebauliche Situation mit einem markanten Baukörper, der zwischen Campusplatz und Campusallee vermittelt. Das Erdgeschoss springt zum Campusplatz um einige Meter zurück und lässt so einen wettergeschützten Vorbereich entstehen. Auf der gegenüberliegenden Westseite schiebt sich das gesamte Erdgeschoss hingegen in Richtung der Campusallee über das Hauptvolumen hinaus und schafft Raum für eine großflächige Dachterrasse auf der Ebene des Speisesaals.
Vom Campusplatz aus gelangen die Gäste in ein großzügig bemessenes Foyer. Eine multifunktional bespielbare Fläche öffnet sich zum vorgelagerten Platz, während das Café im doppelgeschossigen Luftraum untergebracht wurde. Über eine großzügige Treppenanlage mit Sitzgelegenheit gelangen die Gäste von der Speiseausgabe hinauf in den gläsernen Speisesaal im ersten Obergeschoss. Aus Sicht der Jury ist kritisch, dass Gäste mit dem Tablett in der Hand die Treppe benutzen müssen, um in den Essbereich zu gelangen. Zudem fehlt es unter anderem an einem außenliegenden Sonnenschutz des Speisesaales und die Raumzuschnitte sind nicht immer gelungen.
Architektur: querkraft Architekten zt GmbH, Tragwerksplanung: Werkraum Ingenieure ZT GmbH & Co KG, Küchenplanung: Moderne Küchentechnik GmbH, Nachhaltigkeit: Larix Engineering GmbH
Riehle Koeth GmbH + Co. KG: lichtdurchflutete Innenräume und konsequente Holzbauweise
Der Entwurf überzeugt die Jury durch eine klare, präzise Haltung und eine sehr hohe architektonische sowie funktionale Qualität. Das Büro konzipiert die neue Mensa als „Pavillon und gemeinsame Mitte für die Campusgemeinschaft“ und setzt diesen Anspruch konsequent in eine eigenständige, gut lesbare Architektur um. Großzügige, lichtdurchflutete Innenräume fördern Kommunikation und Aufenthalt, während die klare Organisation eine sehr gute Orientierung im Gebäude ermöglicht.
Die konsequente Umsetzung in Holzbauweise unterstreicht den nachhaltigen Anspruch des Entwurfs und verleiht dem Gebäude ein warmes, nutzerorientiertes Image, das der Aufgabe einer Hochschulmensa in besonderer Weise gerecht wird. Die Nutzungen von Mensa, Hochschulverwaltung und AStA sind schlüssig zugeordnet und funktionieren sowohl unabhängig als auch im Zusammenspiel sehr gut. Klärungsbedarf besteht unter anderem beim Brandschutzkonzept, insbesondere hinsichtlich des zweiten Rettungswegs. Zudem sind das statische Konzept – insbesondere der Lastabtrag und die Stützenanordnung im Bereich des Haupteingangs – sowie die Dimensionierung der Technikflächen unklar.
Architektur: Riehle Koeth GmbH + Co. KG, Tragwerksplanung: merz kley partner GmbH, Küchenplanung: Gastrodesign GmbH, Nachhaltigkeit: Atrium Projektmanagement GmbH
Zwei Anerkennungen
Die Jury bedachte zwei Architekturbüros mit einer Anerkennung: KadaWittfeld und Staab Architekten
Weitere Vorgehensweise
Die drei erfolgreichen Architekturbüros haben nun bis Ende Juli 2026 Zeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten und auf die Kritik des Preisgerichts einzugehen. Anschließend folgen eine weitere Bewertungsrunde und die finale Entscheidung für einen Entwurf.
Ausstellung der Entwürfe
Vom 22. Juni bis 2. Juli 2026 werden die zwölf Einreichungen des Wettbewerbs im Foyer des Hochhauses am Campus Deutz gezeigt. Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden: Mo - Fr: 6.30 bis 22 Uhr, Sa 7 bis 19 Uhr
Juni 2026